Jeder zehnte NHS-Einsatz in England wurde in letzter Minute abgesagt

Neue Untersuchungen zeigen, dass fast 10 % der geplanten Operationen in England weniger als 24 Stunden im Voraus abgesagt werden. Experten gehen davon aus, dass die meisten Operationen verhindert werden könnten.
Eine umfassende Untersuchung der betrieblichen Effizienz des englischen National Health Service hat ein erhebliches Problem aufgedeckt, das sich auf die Patientenversorgung und die Terminplanung im Krankenhaus auswirkt: Ungefähr jeder zehnte elektive chirurgische Eingriff wird ohne Vorankündigung abgesagt oder im Zuge der präoperativen Beurteilung verschoben. Diese alarmierende Statistik stammt aus einer detaillierten NHS-Untersuchung zu Operationsstornierungen, bei der die Praktiken von 91 verschiedenen englischen Krankenhausträgern untersucht wurden, die einen wesentlichen Querschnitt der Gesundheitsinfrastruktur des Landes darstellen.
Die Studie zur Absage elektiver Operationen zeigte zwei unterschiedliche Muster bei der Art und Weise, wie Operationen unterbrochen werden. Die Untersuchung ergab, dass 10 % der geplanten Operationen nur einen Tag vor dem geplanten Operationstermin abgesagt wurden, was für die Patienten zusätzlichen emotionalen Stress und logistische Störungen bedeutete. Darüber hinaus wurden weitere 9 % der Eingriffe verschoben, als die Patienten zu ihren präoperativen Terminen eintrafen, was zu weiteren Komplikationen sowohl bei der Patientenverwaltung als auch bei der Operationsplanung führte.
Was diese Ergebnisse besonders besorgniserregend macht, ist die Einschätzung der Forscher, dass fast 40 % aller Last-Minute-Betriebsausfälle durch bessere Planung, Ressourcenzuweisung und Organisationsstrategien realistischerweise verhindert werden könnten. Dies deutet darauf hin, dass die aktuelle Stornierungsrate nicht nur unvermeidbare Umstände widerspiegelt, sondern auch systemische Ineffizienzen, die durch gezielte Interventionen und verbesserte Krankenhausmanagementpraktiken behoben werden könnten.

