ABC verklagt Trump FCC wegen Verstößen gegen den ersten Verfassungszusatz

ABC und Disney stellen die Änderungen der FCC-Politik in Frage und behaupten, dass Regierungsmaßnahmen gegen die First Amendment-Rechte verstoßen und den Schutz der freien Meinungsäußerung für Rundfunkveranstalter gefährden.
Als bedeutende rechtliche Anfechtung des Regulierungsansatzes der Trump-Regierung haben ABC und Disney formelle Beschwerden bei der Federal Communications Commission eingereicht und dabei systematische Verstöße gegen den First Amendment-Schutz geltend gemacht. Der Unterhaltungskonzern behauptet, dass die jüngsten Änderungen in der FCC-Politik unter der Führung des Vorsitzenden Brendan Carr eine beispiellose Abkehr von jahrzehntelangen Präzedenzfällen bei der Rundfunkregulierung darstellen und die verfassungsmäßigen Rechte von Nachrichtenorganisationen und Rundfunkveranstaltern in den gesamten Vereinigten Staaten grundlegend bedrohen.
Der Kern der Beschwerde von ABC dreht sich um die Behandlung von The View durch die FCC, der langjährigen Tages-Talkshow des Senders, die zu einem festen Bestandteil des amerikanischen Fernsehens geworden ist. Der Sender fordert ausdrücklich, dass die FCC ihren langjährigen Ansatz zur Ausnahmeregelung für Bona-fide-Interviews mit Nachrichten bekräftigt, einem Regulierungsrahmen, der Rundfunkjournalisten und Nachrichtensendungen vor strengen Gleichzeitbestimmungen geschützt hat. Diese Ausnahmeregelung hat es in der Vergangenheit nachrichtenorientierten Programmen ermöglicht, politische Kandidaten und Nachrichtenmacher zu interviewen, ohne Verpflichtungen auszulösen, konkurrierenden Kandidaten oder Standpunkten die gleiche Sendezeit zu gewähren.
Laut der Einreichung von ABC bei der FCC identifiziert das Netzwerk ein besorgniserregendes Muster regulatorischer Übergriffe, das weit über ein einzelnes Programm oder eine einzelne politische Entscheidung hinausgeht. Das Unternehmen argumentiert, dass die Kommission große politische Veränderungen ohne angemessene Verfahrensaufsicht durchführt und damit den erforderlichen Prozess umgeht, der eine vollständige Überprüfung durch die Kommission und eine gerichtliche Kontrolle für solch bedeutende regulatorische Änderungen vorschreibt. ABC behauptet, dass dieser Verfahrensverstoß nicht nur gegen das Verwaltungsrecht verstößt, sondern auch den verfassungsmäßigen Schutz der freien Meinungsäußerung und der redaktionellen Unabhängigkeit untergräbt.
Die Beschwerde befasst sich auch mit der Position der FCC zu von Rundfunksendern bereitgestellten Diensten von öffentlichem Interesse und argumentiert, dass die jüngsten Maßnahmen der Behörde auf grundlegende Veränderungen bei der Bewertung der Pflichten der Rundfunkveranstalter, der Öffentlichkeit zu dienen, schließen lassen. Rundfunksender gehen seit langem davon aus, dass ihre Lizenzen unter der Voraussetzung erteilt werden, dass sie dem öffentlichen Interesse durch Nachrichten, Bildungsprogramme und bürgerschaftliches Engagement dienen. ABC argumentiert, dass der neue Ansatz der FCC diese wichtigen öffentlich-rechtlichen Funktionen zu untergraben droht, die seit Generationen für den amerikanischen Rundfunk von zentraler Bedeutung sind.
Disneys Beteiligung an der Beschwerde unterstreicht den Ernst der Lage für große Medienunternehmen. Als Muttergesellschaft von ABC hat Disney ein erhebliches finanzielles und betriebliches Interesse daran, sicherzustellen, dass die Rundfunkvorschriften stabil und vorhersehbar bleiben. Die doppelte Einreichung beider Unternehmen deutet auf eine koordinierte Rechtsstrategie hin, die darauf abzielt, sowohl die Ressourcen der Rundfunktochtergesellschaft als auch der Muttergesellschaft zu nutzen, um eine umfassende Anfechtung des Ersten Verfassungszusatzes einzuleiten. Dieser vielschichtige Ansatz zeigt, dass Disney die regulatorischen Bedrohungen als ausreichend ernst ansieht, um eine Mobilisierung seiner gesamten Unternehmensstruktur zu rechtfertigen.
Der Zeitpunkt dieser Beschwerde ist angesichts des breiteren regulatorischen Umfelds unter der Trump-Administration besonders wichtig. Der FCC-Vorsitzende Brendan Carr ist dafür bekannt, bei der Rundfunkregulierung einen eher interventionistischen Ansatz zu verfolgen, insbesondere bei Inhaltsentscheidungen und Programmentscheidungen großer Sender. Seine Führung stellt einen philosophischen Wandel von der freizügigeren Haltung der vorherigen Regierung hin zur redaktionellen Unabhängigkeit der Rundfunkveranstalter dar, was zu Spannungen zwischen der Regulierungsaufsicht und dem verfassungsmäßigen Schutz der freien Meinungsäußerung führt.
Quelle: The Verge


