Apple schließt den ersten gewerkschaftlich organisierten US-Store in Maryland

Apple stößt auf Gegenreaktionen, weil das Unternehmen im Juni sein erstes gewerkschaftlich organisiertes Geschäft in Towson, Maryland, geschlossen hat. Die Arbeiter werfen ihm gewerkschaftsfeindliche Taktiken und Vergeltungsmaßnahmen vor.
In einem umstrittenen Schritt, der heftige Gegenreaktionen von Gewerkschaftsvertretern und Arbeitnehmern hervorgerufen hat, hat Apple Pläne zur Schließung seines Standorts in Towson, Maryland, angekündigt – dem Standort der ersten erfolgreichen gewerkschaftlichen Organisationsinitiative des Unternehmens in den Vereinigten Staaten. Die für Juni geplante Schließung hat die Gewerkschaft dazu veranlasst, formelle Klage einzureichen, mit der Begründung, die Entscheidung stelle einen bewussten und kalkulierten Versuch dar, die Gewerkschaften der Arbeitnehmer am Einzelhandelsstandort zu zerschlagen. Diese Entwicklung markiert eine deutliche Eskalation der anhaltenden Spannungen zwischen dem Technologieriesen und seiner Belegschaft, die bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Vergütung durchsetzen will.
Die Beschäftigten im Towson-Laden äußerten ihre Bedenken immer lauter und bezeichneten die Entscheidung des Unternehmens als zutiefst persönlich und als Sinnbild für den breiteren Widerstand des Unternehmens gegen gewerkschaftliche Organisierungsbemühungen. Ein Arbeiter beschrieb die Situation als „Verrat“ an einem Unternehmen, von dem viele geglaubt hatten, dass es im Vergleich zu anderen Großkonzernen empfänglicher für Arbeitnehmergewerkschaften sei. Die emotionale Belastung für die Mitarbeiter geht über den unmittelbaren Arbeitsplatzverlust hinaus und berührt Fragen der Unternehmensverantwortung und der Durchführbarkeit von von Arbeitnehmern geführten Organisationskampagnen in großen Technologieunternehmen.
Am Montag reichten Vertreter der Gewerkschaft bei den Bundesarbeitsbehörden offiziell eine Anklage gegen Apple wegen unlauterer Arbeitspraktiken ein und legten dabei detaillierte Vorwürfe der diskriminierenden Behandlung gewerkschaftlich organisierter Arbeitnehmer vor. Dem Vorwurf zufolge werden Mitarbeitern am gewerkschaftlich organisierten Standort Towson systematisch Transferrechte und andere Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz verweigert, die Arbeitnehmern in nicht gewerkschaftlich organisierten Geschäften im gesamten Apple-Einzelhandelsnetzwerk routinemäßig gewährt werden. Diese angebliche Ungleichbehandlung bildet die rechtliche Grundlage für Behauptungen, dass das Unternehmen Vergeltungsmaßnahmen vornimmt, insbesondere weil die Arbeitnehmer ihr gesetzliches Recht auf Kollektivorganisation ausgeübt haben.


