Apple senkt App-Store-Gebühren in China, um Regulierungsbehörden abzuwehren

Apple senkt in China seine Standard-App-Store-Provision von 30 % auf 25 %, da es Berichte über eine mögliche kartellrechtliche Untersuchung seiner Richtlinien gibt.
Apple unternimmt Schritte, um potenziellen Regulierungsmaßnahmen in China zuvorzukommen, indem es die Gebühren für App-Store-Entwickler im Land senkt. Laut einer Ankündigung von Apple wird der Technologieriese mit Wirkung zum 15. März seine Standardprovision für App-Käufe von 30 % auf 25 % senken. Die Entscheidung fällt, nachdem Apple Berichten zufolge mit einer formellen Untersuchung seiner App Store-Gebühren und -Richtlinien durch chinesische Aufsichtsbehörden gedroht wurde.
Zusätzlich zur standardmäßigen Provisionsreduzierung senkt Apple auch seinen Satz für kleine Unternehmen und Mini-App-Entwickler von 15 % auf 12 %. Dieser Schritt soll wahrscheinlich die Bedenken der chinesischen Regierung und der App-Entwickler hinsichtlich der marktbeherrschenden Stellung von Apple und der Kontrolle über sein digitales Schaufenster zerstreuen.
Die Gebührenänderungen gelten sowohl für die iOS- als auch für die iPadOS-App Stores in China, da Apple eine potenzielle kartellrechtliche Prüfung durch chinesische Behörden abwehren möchte. Dies geschah, nachdem Anfang Februar berichtet wurde, dass China erwägt, eine formelle Untersuchung der App Store-Richtlinien von Apple, einschließlich seiner Provisionsstruktur, einzuleiten.
Durch die proaktive Senkung seiner Gebühren hofft Apple wahrscheinlich, regulatorischen Maßnahmen zuvorzukommen und seine Bereitschaft zu demonstrieren, Bedenken hinsichtlich seiner Marktbeherrschung und der Behandlung von App-Entwicklern auszuräumen. Der Schritt signalisiert auch, dass Apple die Bedeutung des chinesischen Marktes erkennt, wo das Unternehmen einer wachsenden Konkurrenz durch inländische Technologiegiganten ausgesetzt ist.
Die Gebührenänderungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt für Apple, da das Unternehmen sich in einer immer komplexeren und wettbewerbsintensiveren globalen Landschaft für mobile Plattformen und den digitalen Vertrieb bewegt. Da Regulierungsbehörden und Gesetzgeber auf der ganzen Welt die Macht und Praktiken großer Technologieunternehmen unter die Lupe nehmen, hofft Apple wahrscheinlich, dass diese Präventivmaßnahme in China dazu beitragen wird, potenziellen Kartellmaßnahmen einen Schritt voraus zu sein.
Indem Apple Kompromissbereitschaft bei seinen App Store-Gebühren zeigt, kann es möglicherweise die chinesischen Behörden besänftigen und seine Stellung auf dem lukrativen chinesischen Markt behaupten. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Gebührensenkungen ausreichen werden, um eine weitere behördliche Kontrolle abzuwehren, oder ob Apple zusätzliche Zugeständnisse machen muss, um die chinesischen Aufsichtsbehörden in Schach zu halten.
Quelle: The Verge


