Athener Bürgermeister bekämpft die Stadt durch die Overtourism-Krise

Der Bürgermeister von Athen, Haris Doukas, bewältigt die Krise des Overtourism, da 8 Millionen Besucher 700.000 Einwohner überfordern. Nachbarschaften verlieren an Authentizität.
Die antike Hauptstadt Griechenlands steht vor einer beispiellosen Herausforderung, da der Overtourism den Charakter einer der historisch bedeutendsten Städte Europas grundlegend zu verändern droht. Mit rund 700.000 ständigen Einwohnern, die neben fast 8 Millionen jährlichen Touristen ihr tägliches Leben meistern, befindet sich Athen an einem entscheidenden Scheideweg zwischen der Bewahrung seines kulturellen Erbes und der Verwaltung der wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus. Haris Doukas, der sozialistische Bürgermeister, der auf einer Plattform für Stadterneuerung und bürgerorientierte Regierungsführung gewählt wurde, hat sich als lautstarker Befürworter einer Neuausrichtung des Verhältnisses zwischen Tourismus und Wohnleben in der überfüllten griechischen Hauptstadt erwiesen.
Bei einem Spaziergang durch die engen, verwinkelten Gassen der historischen Viertel Athens wird das Ausmaß des Tourismusphänomens sofort deutlich. Touristengruppen mit ihren markanten farbigen Mützen und Ausweisen versammeln sich rund um jede wichtige archäologische Stätte, vom berühmten Parthenon bis hin zu weniger bekannten klassischen Ruinen, die über das gesamte Stadtzentrum verstreut sind. Diese Besucher überqueren dieselben Fußgängerwege, die täglich von Anwohnern genutzt werden, die versuchen, normale Geschäfte zu erledigen, was zu ständigen Engpässen in ohnehin überfüllten Gebieten führt. Das schiere Volumen des Fußgängerverkehrs hat die einst intimen öffentlichen Räume in überfüllte Durchgangsstraßen verwandelt und die Struktur des städtischen Lebens für diejenigen, die Athen tatsächlich ihr Zuhause nennen, grundlegend verändert.
Bürgermeister Doukas hat immer wieder gewarnt, dass der aktuelle Trend des Tourismuswachstums nicht nachhaltig ist und das Wesen dessen gefährdet, was Athen kulturell und historisch wertvoll macht. Seiner Ansicht nach besteht die Gefahr, dass die Stadt nur noch zum Schauplatz touristischer Konsumgüter wird und nicht zu einer lebendigen, atmenden Gemeinschaft, in der normale Athener gedeihen können. Seine Regierung vertritt zunehmend die Position, dass Athen nicht wie ein riesiges Hotel funktionieren kann, ein Satz, der die Kernspannung zwischen Tourismusentwicklung und Wohnqualität auf den Punkt bringt. Diese Perspektive stellt eine bedeutende Abkehr von der jahrzehntelangen Kommunalpolitik dar, in der Besucherzahlen und Tourismuseinnahmen Vorrang vor fast allen anderen Überlegungen hatten.


