Australische Frauen stehen wegen Sklavereivorwürfen des IS vor Gericht

Zwei australische Frauen, die am Flughafen Melbourne festgenommen wurden, werden im Zusammenhang mit ihrer Zeit im vom Islamischen Staat kontrollierten Syrien wegen Sklaverei angeklagt. Einzelheiten zum Gerichtsverfahren.
In Melbourne hat sich ein bedeutender Rechtsfall entwickelt, an dem zwei australische Frauen beteiligt sind, denen schwere Sklaverei-Vergehen vorgeworfen werden, die angeblich während ihres Aufenthalts im Islamischen Staatsgebiet in Syrien begangen wurden. Der Fall stellt eine wichtige Entwicklung in den Bemühungen Australiens dar, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die an Verbrechen unter der Herrschaft der extremistischen Organisation beteiligt waren oder diese erleichtert haben. Kawsar Ahmad, 53 Jahre alt und auch unter dem Namen Abbas bekannt, und ihre Tochter Zeinab Ahmad, 31 Jahre alt, erschienen zum ersten Mal vor dem Gericht in Melbourne in einem voraussichtlich langwierigen Gerichtsverfahren, in dem ihre mutmaßliche Beteiligung an ausbeuterischen Praktiken untersucht wurde.
Die beiden Frauen wurden am Donnerstag von Mitgliedern des viktorianischen gemeinsamen Anti-Terror-Teams am Flughafen Melbourne festgenommen. Dies war eine koordinierte Aktion der Strafverfolgungsbehörden, die auf die laufenden australischen Anti-Terror-Operationen aufmerksam macht. Ihre Festnahme erfolgte im Anschluss an eine Untersuchung der Vorwürfe, sie hätten sich während ihres Aufenthalts auf syrischem Territorium, das von der Organisation Islamischer Staat kontrolliert wird, an der Sklaverei beteiligt oder diese erleichtert. Der Fall ist Teil einer umfassenderen Anstrengung der australischen Behörden, Personen zu untersuchen und strafrechtlich zu verfolgen, die der Beteiligung an extremistischen Gruppen und den damit verbundenen kriminellen Aktivitäten, einschließlich Menschenhandel und Zwangsarbeit, verdächtigt werden.
Während der kurzen Gerichtsverhandlung stellten weder Kawsar Ahmad noch ihre Tochter Zeinab Ahmad einen Antrag beim Gericht, eine verfahrenstechnische Entwicklung, die darauf hindeutet, dass der Fall über die üblichen rechtlichen Kanäle voranschreiten wird. Den Anklagen wegen Sklavereidelikten kommt im australischen Strafrecht, das solche Verbrechen als schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte und der Menschenwürde behandelt, erhebliche rechtliche Bedeutung zu. Die Anschuldigungen beziehen sich insbesondere auf Verhaltensweisen, die sich angeblich ereignet haben, als die Frauen unter der Herrschaft des Islamischen Staates lebten, einem Zeitraum, der Gegenstand umfangreicher internationaler Untersuchungen und Untersuchungen hinsichtlich der von der extremistischen Organisation begangenen Gräueltaten war.


