Krankenhäuser in Beirut nach israelischem Angriff überlastet

Ärzte in Beirut sind mit einem gravierenden Mangel konfrontiert, während sie darum kämpfen, Opfer der verheerenden israelischen Angriffe zu behandeln. Die lebenswichtigen Vorräte gehen gefährlich zur Neige.
Beirut, Libanon – Krankenhäuser in der libanesischen Hauptstadt haben nach einer Reihe israelischer Luftangriffe, die weite Teile der Stadt verwüstet haben, mit der Flut an Opfern zu kämpfen. Ärzte und medizinisches Personal warnen vor sich verschlimmernden Krisen, da lebenswichtige Vorräte gefährlich zur Neige gehen, was die ohnehin schon schlimme Situation noch verschlimmert.
Die Angriffe, die letzte Nacht begannen, richteten sich gegen mehrere Wohn- und Gewerbegebiete in ganz Beirut und forderten Hunderte Tote und Tausende weitere Verletzte. Das israelische Militär behauptet, die Angriffe seien auf Ziele der Hisbollah gerichtet, doch die Stützpunkte der militanten Gruppe liegen oft in zivilen Vierteln, sodass Kollateralschäden unvermeidlich sind.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}„Wir sind einfach überwältigt“, sagte Dr. Rania Masri, Leiterin des Rettungsdienstes am Rafic Hariri University Hospital. „Unsere Vorräte an Blut, Verbandsmaterial und Schmerzmitteln gehen gefährlich zur Neige und wir müssen den kritischsten Fällen Priorität einräumen. Das ist eine unmögliche Situation.“
Überall in der Stadt waren Krankenhäuser gezwungen, provisorische Triage-Zentren und Überlaufstationen einzurichten, um der Flut an Patienten gerecht zu werden. Viele Einrichtungen mussten den regulären Betrieb einstellen, um sich ausschließlich auf die Notfallhilfe zu konzentrieren. Ärzte ohne Grenzen hat Teams zur Unterstützung entsandt, aber auch deren Ressourcen sind schnell erschöpft.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}„Dies ist eine ausgewachsene humanitäre Krise“, sagte Sami Nader, Direktor des Levant Institute for Strategic Affairs. „Die libanesische Regierung ist völlig überfordert und nicht in der Lage, die notwendige Hilfe und Unterstützung zu leisten. Die internationale Gemeinschaft muss sofort eingreifen, bevor die Situation noch weiter außer Kontrolle gerät.“
Während die Angriffe andauern, wächst die Befürchtung, dass das fragile Gesundheitssystem des Landes an den Rand des Abgrunds geraten könnte. Krankenhäuser werden mit Notstromaggregaten betrieben, da die Stadt von Stromausfällen heimgesucht wird und medizinisches Personal gezwungen ist, rund um die Uhr unter immer gefährlicheren Bedingungen zu arbeiten.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}„Wir tun alles, was wir können, aber es reicht einfach nicht aus“, beklagte Dr. Masri. „Wir brauchen dringend Nachschub, wir brauchen Verstärkung und wir brauchen einen Waffenstillstand – sonst könnten die Folgen katastrophal sein, fürchte ich.“
Quelle: Al Jazeera


