Über CTE hinaus: Warum Selbstmorde von NFL-Spielern mehrere Ursachen haben können

Harvard-Forschung stellt Annahmen über CTE als einzigen Faktor für Selbstmorde von NFL-Spielern in Frage und deckt komplexe Ursachen auf, darunter Verletzungen und Arbeitslosigkeit.
Der Zusammenhang zwischen Hirntrauma und Profifußball ist tief im öffentlichen Bewusstsein verankert, doch neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen CTE und Spielerselbstmorden weitaus komplizierter sein könnte als bisher angenommen. Wenn prominente NFL-Spieler sich das Leben nehmen, verweisen Medien und Fans gleichermaßen schnell auf die chronische traumatische Enzephalopathie als Hauptursache. Eine bahnbrechende Harvard-Studie stellt dieses Narrativ jedoch in Frage und legt nahe, dass mehrere miteinander verbundene Faktoren – und nicht nur Hirnverletzungen – zu erhöhten Selbstmordraten bei aktuellen und ehemaligen Spielern führen könnten.
Die als CTE bekannte degenerative Hirnerkrankung, die durch wiederholte Kopftraumata verursacht wird, die sich im Laufe der Jahre beim Profifußball angesammelt haben, wurde in posthumen Untersuchungen verstorbener Spieler ausführlich dokumentiert. Der etablierte Zusammenhang zwischen Fußball und CTE lässt sich kaum mehr bestreiten, da immer mehr wissenschaftliche Beweise belegen, dass die wiederholten Auswirkungen des Sports das Risiko für die Entwicklung dieser fortschreitenden neurologischen Erkrankung deutlich erhöhen. Dieser Zusammenhang wurde durch zahlreiche hochkarätige Fälle und umfassende Forschungsinitiativen, die von großen medizinischen Einrichtungen finanziert wurden, verstärkt.
Nach ihrem Tod wurden mehrere legendäre und kontroverse Persönlichkeiten mit CTE identifiziert, was internationale Aufmerksamkeit auf das Thema lenkte. Pro-Bowl-Spieler wie Junior Seau, der für seine Leistungen auf dem Spielfeld und seine Beiträge zur Community weithin geschätzt wird, und Dave Duerson, ein Defensive Back, der für mehrere NFL-Teams spielte, starben beide durch Selbstmord und bei ihnen wurde später die Krankheit diagnostiziert. Auch bei Aaron Hernandez, dessen kriminelle Vergangenheit seine sportliche Karriere überschattete, und bei Phillip Adams, der vor seinem Tod an einer Massenschießerei beteiligt war, wurde bei der Autopsie ebenfalls CTE festgestellt.


