Dem britischen Werbegiganten wird Greenwashing der Ölindustrie im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar vorgeworfen

WPP sieht sich mit Gegenreaktionen konfrontiert, weil es seit dem Pariser Klimaabkommen doppelt so viel Werbung für Öl gemacht hat wie US-Konkurrenten. DeSmog-Bericht enthüllt massive Marketingkampagne für fossile Brennstoffe.
Ein bekannter britischer Werbekonzern wird beschuldigt, eine beispiellose Welle von Werbeausgaben großer Ölkonzerne ermöglicht zu haben, was ernsthafte Fragen zur Unternehmensverantwortung in Zeiten der Klimakrise aufwirft. Laut einem umfassenden Bericht der Klimaforschungsplattform DeSmog hat WPP im letzten Jahrzehnt Werbekampagnen im Gesamtwert von geschätzten 1,5 Milliarden US-Dollar für große Unternehmen im Bereich fossiler Brennstoffe wie ExxonMobil, Chevron, Shell und BP in den Vereinigten Staaten organisiert. Diese beträchtliche Zahl wurde von Umweltschützern und klimaorientierten Organisationen kritisiert, die argumentieren, dass die Ausgaben im direkten Widerspruch zu den öffentlichen Verpflichtungen stehen, die im Rahmen des Pariser Klimaabkommens von 2015 eingegangen wurden.
Die Untersuchung zeigt, dass das in London ansässige Unternehmen WPP seine Hauptkonkurrenten bei der Betreuung des Werbesektors der Ölindustrie deutlich übertroffen hat. Diese Auszeichnung unterstreicht die zentrale Rolle des Unternehmens bei der Gestaltung der öffentlichen Wahrnehmung von Energieunternehmen in einer kritischen Zeit für den Klimaschutz. Die detaillierte Analyse von DeSmog zeigt, dass die Beteiligung von WPP an Öl- und Gas-Marketingkampagnen fast doppelt so hoch war wie die Beträge seiner größten amerikanischen Konkurrenten, der Omnicom Group und der Interpublic Group (IPG), die im November eine Fusion abgeschlossen haben. Diese Ungleichheit wirft die besorgniserregende Frage auf, ob sich die größten Akteure der Werbebranche wirklich für die Klimaverantwortung engagieren oder nur Lippenbekenntnisse zu Umweltbelangen ablegen und gleichzeitig lukrative Verträge über fossile Brennstoffe abschließen.
Der Zeitpunkt dieser Enthüllung erweist sich als besonders bedeutsam, da die führenden Politiker der Welt weiterhin mit den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels und der Notwendigkeit einer raschen Dekarbonisierung in allen Wirtschaftssektoren zu kämpfen haben. Umweltorganisationen untersuchen seit langem die Rolle der Werbebranche bei der Aufrechterhaltung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und argumentieren, dass ausgefeilte Marketingkampagnen die tatsächlichen Umweltkosten der Öl- und Gasförderung und des Verbrauchs verschleiern. Die erhebliche Beteiligung von WPP an diesen Kampagnen positioniert das Unternehmen laut DeSmogs Bericht als wichtigen Wegbereiter dessen, was Kritiker als „Greenwashing“-Bemühungen bezeichnen – strategische Kommunikation, die darauf abzielt, umweltschädliche Industrien für Verbraucher und politische Entscheidungsträger gleichermaßen in einem positiven Licht darzustellen.


