Die Universität Cambridge strebt trotz Gegenreaktionen bei den Rechten ein Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien an

Trotz anhaltender Menschenrechtsbedenken und akademischem Widerstand strebt die Judge Business School in Cambridge eine Partnerschaft mit dem saudischen Verteidigungsministerium für die Ausbildung von Führungskräften an.
Die renommierte Judge Business School der Universität Cambridge hat Gespräche mit dem Verteidigungsministerium Saudi-Arabiens aufgenommen, um eine formelle Partnerschaft mit den Schwerpunkten Führungskräfteentwicklung und Innovationsmanagement-Dienstleistungen aufzubauen. Der Vorschlag, der von der Führungsspitze der Universität gebilligt wurde, stellt eine erhebliche Ausweitung des Engagements der Institution mit dem Golfkönigreich dar und löst bei Akademikern und Menschenrechtsaktivisten unmittelbare Bedenken hinsichtlich der ethischen Auswirkungen einer solchen Partnerschaft aus.
Quellen, die mit den Verhandlungen vertraut sind, zufolge wandte sich die Leitung der Business School von Cambridge an das saudische Verteidigungsministerium, nachdem das britische Verteidigungsministerium eine erste Einführung vermittelt hatte. Die vorgeschlagene Vereinbarung würde die Zusammenarbeit durch ein Memorandum of Understanding formalisieren, das den Rahmen für laufende Schulungsinitiativen und strategische Beratungsdienste festlegen würde. Diese Entwicklung stellt einen bemerkenswerten Wandel in der Positionierung der Universität im internationalen Verteidigungs- und Sicherheitssektor dar.
Die Initiative hat jedoch scharfe Kritik von hochrangigen Mitgliedern der akademischen Gemeinschaft von Cambridge hervorgerufen, die das vorgeschlagene Abkommen als grundsätzlich im Widerspruch zu den erklärten Werten und Verpflichtungen der Institution zu Menschenrechten und ökologischer Nachhaltigkeit bezeichnen. Mehrere Fakultätsmitglieder haben den Vorschlag der Business School als „schrecklich“ bezeichnet und dabei ihre Besorgnis über die dokumentierte Menschenrechtsbilanz der saudischen Regierung betont, darunter Einschränkungen der Meinungsfreiheit, der Behandlung von Dissidenten und Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten.
Quelle: The Guardian


