Das Verschwinden des Kaspischen Meeres: Umweltkrise bahnt sich an

Dem Kaspischen Meer, dem größten Binnengewässer der Welt, droht ein katastrophaler Rückgang. Experten warnen vor einem ökologischen Kollaps, wenn der Wasserspiegel sinkt und Ökosysteme verschwinden.
Das Kaspische Meer, eine riesige Wasserfläche, die seit Jahrtausenden die Geographie und Wirtschaft von fünf Nationen bestimmt, erlebt eine beispiellose Umweltkatastrophe. Dieses riesige Binnengewässer, das sich über eine Fläche von etwa 143.500 Quadratmeilen erstreckt, zieht sich in alarmierendem und immer schnellerem Tempo zurück, was bei Wissenschaftlern große Sorge um seine Zukunft hervorruft. Die sichtbaren Anzeichen dieser Krise sind nicht zu übersehen: Verlassene Bauwerke stehen jetzt isoliert auf kargem Land, wo einst das Wasser ihre Grundmauern umspülte, Fischergemeinden kämpfen ums Überleben, während ihre Lebensgrundlagen verschwinden, und ganze Ökosysteme stehen vor dem Zusammenbruch.
Das Ausmaß des Wasserspiegelrückgangs im Kaspischen Meer ist atemberaubend und beispiellos in der Geschichte. In den letzten Jahrzehnten hat das Meer an kritischer Tiefe und Oberfläche verloren, wobei der Wasserspiegel in einigen Regionen um mehrere Meter gesunken ist. Dieser Rückgang stellt weit mehr dar als nur eine einfache saisonale Schwankung oder eine vorübergehende Umweltveränderung; Stattdessen signalisiert es eine grundlegende Transformation eines der wichtigsten aquatischen Ökosysteme der Erde. Die Auswirkungen dieses Rückgangs reichen weit über die unmittelbare geografische Region hinaus und wirken sich auf Klimamuster, lokale Wirtschaft und das Überleben unzähliger Arten aus, deren Überleben auf das Wasser des Meeres angewiesen ist.
Wissenschaftler, die dieses Phänomen untersuchen, haben mehrere miteinander verbundene Ursachen für die Umweltkrise im Kaspischen Meer identifiziert. Der Klimawandel stellt einen Hauptfaktor dar. Steigende Temperaturen erhöhen die Verdunstungsraten an der Meeresoberfläche auf ein beispielloses Niveau. Darüber hinaus hat die Umleitung von Flüssen, die das Kaspische Meer speisen – insbesondere der Wolga, die etwa 80 % des in das Becken eintretenden Wassers liefert – die Menge des Süßwassereintrags drastisch reduziert. Bewässerungsprojekte, der Bau von Staudämmen und die industrielle Wassergewinnung flussaufwärts haben alle dazu beigetragen, den Zufluss lebenswichtiger Gewässer ins Meer zu verringern.
Quelle: Deutsche Welle


