Chiles neue Regierung macht Gedenkpläne für Pinochet-Folterstätte rückgängig

Die rechtsextreme Regierung in Chile hat die Enteignung eines vom ehemaligen Nazi Paul Schäfer gegründeten Anwesens aufgehoben und lässt die Opfer am Ort schrecklicher Misshandlungen in der Vergangenheit in der Schwebe.
Die verschlafene chilenische Siedlung Villa Baviera mit ihren germanischen Kreuzen und farbenfrohen Fassaden täuscht über die dunkle Geschichte hinweg, die sich einst innerhalb ihrer Grenzen abspielte. Bis 1991 befand sich in dieser kleinen Rinderstadt ein Komplex namens Colonia Dignidad, der vom ehemaligen Nazi und Waffenschmuggler Paul Schäfer geführt wurde.
Schäfer kaufte 1961 ein großes Stück Land im Tal und hielt schließlich bis zu 300 Menschen in einer umzäunten Enklave mit minimalem Kontakt zur Außenwelt gefangen. Während seiner Herrschaft missbrauchte und folterte er die Kinder im Lager und setzte ihnen schreckliche Misshandlungen aus.


