China verurteilt zwei ehemalige Verteidigungsminister zu lebenslanger Haft

Die ehemaligen chinesischen Verteidigungsminister General Wei Fenghe und General Li Shangfu erhalten in einem großen Korruptionsfall mit Bestechungsvorwürfen Todesstrafen auf Bewährung.
In einer bedeutenden Entwicklung der laufenden Antikorruptionskampagne Chinas wurden zwei prominente ehemalige Verteidigungsminister zu befristeten Todesstrafen verurteilt, was ihnen faktisch sicherstellt, dass sie den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen werden. General Wei Fenghe und General Li Shangfu, die beide leitende Positionen im militärischen Establishment Chinas innehatten, wurden mit schweren Bestechungsvorwürfen konfrontiert, die tief verwurzelte Korruption im Verteidigungsapparat des Landes aufdeckten. Die Urteile stellen einen bemerkenswerten Moment im umfassenden Vorgehen von Präsident Xi Jinping gegen die offizielle Korruption dar, die sich seit 2012 gegen hochrangige Beamte in mehreren Regierungsbereichen richtet.
General Wei Fenghe war von 2018 bis 2023 Chinas Verteidigungsminister und bekleidete in einer Zeit erheblicher geopolitischer Spannungen und militärischer Modernisierung eine der einflussreichsten militärischen Positionen des Landes. Seine Amtszeit fiel mit der kontinuierlichen Ausweitung der militärischen Fähigkeiten Chinas und seiner zunehmend selbstbewussten Haltung in regionalen Angelegenheiten zusammen. Die Anklage gegen Wei konzentrierte sich auf den Vorwurf, er habe erhebliche Bestechungsgelder als Gegenleistung für offizielle Gefälligkeiten angenommen, ein Muster von Fehlverhalten, das Berichten zufolge über einen längeren Zeitraum hinweg auftrat. Sein Absturz markiert einen dramatischen Umschwung für einen Offizier, der jahrzehntelang die oberen Ränge der chinesischen Militärhierarchie geführt hatte.
Li Shangfu, der vor Wei als Verteidigungsminister fungierte und dieses Amt von 2013 bis 2018 innehatte, sieht sich ebenfalls mit Vorwürfen der Korruption und Bestechung konfrontiert. Lis Amtszeit war geprägt von seiner Beteiligung an militärischen Reforminitiativen und der Entwicklung der Verteidigungspolitik während einer Transformationsphase für die Volksbefreiungsarmee. Die Anklagen deuten darauf hin, dass beide Beamten ihre Vertrauens- und Autoritätspositionen ausgenutzt haben, um mit illegalen Mitteln persönliches Vermögen anzuhäufen. Solche aufsehenerregenden Strafverfolgungen senden im gesamten militärpolitischen Establishment Chinas ein starkes Signal über die Folgen korrupten Verhaltens, unabhängig von Rang oder früheren Errungenschaften.
Quelle: The New York Times


