Räumung giftiger Bootsfriedhöfe in Cornwall

Der Kreuzzug eines Ingenieurs zur Beseitigung von 166 verlassenen Glasfaseryachten, die mit Plastikmüll die Bäche Cornwalls vergiften und Meereslebewesen schädigen.
Die malerischen Wasserstraßen der Flüsse Helford und Fal in Cornwall sind mit einer Umweltkrise konfrontiert, die nur wenige Besucher unter der malerischen Oberfläche bemerken. Versteckt zwischen den ruhigen Buchten liegen 166 verlassene Glasfaseryachten in verschiedenen Verfallsstadien, die langsam gefährliche Giftstoffe und Plastikpartikel in das Meeresökosystem auslaugen. Diese verrottenden Schiffe stellen eine stille Umweltkatastrophe dar, die die Gesundheit unzähliger Wasserorganismen bedroht und das empfindliche Gleichgewicht einer der ökologisch empfindlichsten Regionen Englands stört.
Steve Green, ein engagierter Bootsingenieur aus Cornwall, hat es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht, dieser wachsenden Umweltbedrohung zu begegnen. Bewaffnet mit einer unkonventionellen Waffe – einem umgebauten Volkswagen-Wohnmobil namens Cecil, der mit recyceltem Speiseöl aus örtlichen Pubs betrieben wird – ist Green zu einer Ein-Mann-Umweltreinigungstruppe geworden. Das Fahrzeug, an dessen Vorderseite ein ausgeklügeltes Kran- und Windensystem montiert ist, stellt einen innovativen Ansatz zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung dar. Trotz seines etwas heruntergekommenen Aussehens und seiner fragwürdigen Verkehrstauglichkeit hat sich Cecil als genau das erwiesen, was nötig ist, um diese gefährlichen Schiffe aus ihren wässrigen Gräbern zu holen.
Die ökologischen Auswirkungen dieser Fiberglas-Bootswracks sind weitaus schwerwiegender, als viele glauben. Meeresbiologen, die die Auswirkungen untersuchen, haben alarmierende Entdeckungen über den Schaden gemacht, den diese Schiffe den Meeresbewohnern zufügen. Tausende Glasfasersplitter wurden im Fleisch von Fischen, Krebstieren und anderen Meerestieren gefunden, die in Gebieten in der Nähe von Wrackstellen leben. Der von Umweltwissenschaftlern gezogene Vergleich mit Asbest – einer notorisch giftigen Substanz mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für lebende Organismen – unterstreicht den Ernst der Lage und macht deutlich, warum sofortiges Handeln so wichtig ist.
Quelle: The Guardian


