Comeys zweite Anklageschrift löst Vergeltungsbedenken aus

Rechtsexperten warnen davor, dass die Trump-Regierung das Justizministerium nutzt, um politische Feinde ins Visier zu nehmen. Die zweite Anklage gegen Comey wirft Fragen zur selektiven Strafverfolgung und politischen Waffe auf.
Der frühere FBI-Direktor James Comey steht vor einer zweiten Anklage wegen eines von Rechtsanalysten und Verfassungswissenschaftlern als besorgniserregend bezeichneten Musters politischer Vergeltung innerhalb der Trump-Regierung. Die jüngsten Anklagen des amtierenden Generalstaatsanwalts Todd Blanche haben die Besorgnis von Rechtsexperten über die Nutzung der Macht der Bundesanwaltschaft als Waffe gegen prominente Kritiker und Gegner der aktuellen Regierung verstärkt.
Die Anklage stellt eine erhebliche Eskalation dessen dar, was Beobachter als gezielte Kampagne gegen diejenigen bezeichnen, die sich öffentlich gegen Trumps Politik ausgesprochen oder in früheren politischen Auseinandersetzungen Kritik geäußert haben. Rechtswissenschaftler und ehemalige Bundesanwälte argumentieren, dass der Zeitpunkt und die Art dieser Anklagen auf eine besorgniserregende Abkehr von der traditionellen Rolle des Justizministeriums als unparteiischer Durchsetzung von Gesetzen hindeuten, und verweisen stattdessen auf dessen Verwendung als Instrument zur Beilegung politischer Missstände und zum Schweigen von Meinungsverschiedenheiten.
Comey, der sowohl unter der Obama- als auch der Trump-Regierung FBI-Direktor war, bevor er 2017 von Trump entlassen wurde, steht seit langem im Mittelpunkt des Zorns des Präsidenten. Die Entscheidungen des ehemaligen FBI-Chefs bezüglich der Untersuchung der E-Mail-Praktiken von Hillary Clinton und seine anschließende Leitung der Untersuchung des FBI zu Verbindungen von Trumps Wahlkampf zur russischen Einmischung haben ihn zu einem anhaltenden Ziel von Trumps öffentlicher Verurteilung und rechtlichen Schritten gemacht.

