Die entscheidende Wahl im Kongo-Brazzaville: Wer ist im Rennen?

Während in der Republik Kongo Wahlen anstehen, analysieren Experten die Hauptakteure und die hochriskanten Auswirkungen des Versuchs von Präsident Sassou Nguesso, seine 36-jährige Herrschaft zu verlängern.
Die Republik Kongo, auch bekannt als Kongo-Brazzaville, bereitet sich auf eine hochrangige Präsidentschaftswahl am 21. März vor, wobei der amtierende Präsident Denis Sassou Nguesso seine 36-jährige Herrschaft über das zentralafrikanische Land verlängern wird. Analysten gehen davon aus, dass die Wahl weitgehend eine Formsache ist, da Nguesso trotz wachsender Meinungsverschiedenheiten und Forderungen nach demokratischen Reformen weiterhin fest an der Macht ist.
Nguesso, der erstmals 1979 an die Macht kam, dominierte jahrzehntelang die politische Landschaft des Landes und überstand in den 1990er Jahren eine kurze Phase der Mehrparteiendemokratie, bevor er eine Verfassungsänderung herbeiführte, die es ihm 2016 ermöglichte, erneut für ein Amt zu kandidieren. Es wird allgemein erwartet, dass sein Antrag auf eine fünfte Amtszeit erfolgreich sein wird, trotz der Kritik von Oppositionsgruppen und internationalen Beobachtern.
Eine der Schlüsselfiguren, die Nguesso herausfordert, ist Guy-Brice Parfait Kolelas, ein ehemaliger Minister der Regierung, der bei den Wahlen 2016 gegen Nguesso antrat und weithin als wichtigster Oppositionskandidat gilt. Kolelas hat geschworen, im Falle seiner Wahl demokratische Reformen durchzuführen und die Korruption zu bekämpfen, aber seine Siegchancen werden als gering eingeschätzt.
Andere Kandidaten sind Mathias Dzon, ein ehemaliger Finanzminister, und Claudine Munari, eine ehemalige Außenministerin, aber sie gelten als weniger aussichtsreiche Kandidaten als Kolelas.
Die bevorstehenden Wahlen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt für die Republik Kongo, die mit einer Reihe wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen zu kämpfen hat, darunter hohe Armutsraten, eine rückläufige Ölindustrie und sporadische Gewalt in der Pool-Region des Landes. Nguessos Gegner haben ihm vorgeworfen, er wende repressive Taktiken an, um seine Macht im Griff zu behalten, darunter das harte Vorgehen gegen abweichende Meinungen und die Einschränkung der Medienfreiheit.
Trotz der von internationalen Beobachtern geäußerten Bedenken bleibt Nguesso zuversichtlich, dass er sich eine weitere Amtszeit sichern kann. Er hat seine Erfolge bei der Infrastrukturentwicklung und der wirtschaftlichen Diversifizierung als Schlüsselerfolge gepriesen, Forderungen nach politischen Reformen jedoch als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes abgetan.
Während sich die Republik Kongo auf die Wahlen vorbereitet, steht nicht nur für die Bürger des Landes viel auf dem Spiel, sondern auch für die breitere geopolitische Landschaft in Zentralafrika. Der Wahlausgang könnte weitreichende Auswirkungen auf die Stabilität der Region und das Kräftegleichgewicht zwischen rivalisierenden ausländischen Mächten haben, die um Einfluss in dem rohstoffreichen Land wetteifern.
Quelle: Al Jazeera


