Korruptionsbekämpfung gibt in Südostasien Anlass zur Sorge

Experten warnen davor, dass die Bemühungen der Regierung, die Korruption in Südostasien zu bekämpfen, den Autoritarismus stärken und Eigeninteressen schützen könnten, anstatt echte Reformen herbeizuführen.
Regierungen in ganz Südostasien sind mit wachsender öffentlicher Wut über die weit verbreitete Korruption konfrontiert, was zu einer Welle von Razzien und harten Maßnahmen im Namen der Lösung des Problems führt. Experten warnen jedoch davor, dass diese Bemühungen den Machthabern als gefährlicher Vorwand dienen könnten, um ihre Rivalen zu bestrafen und Eigeninteressen zu schützen, anstatt sinnvolle Reformen umzusetzen.
Die Region kämpft seit langem mit Korruption, die lebenswichtige Ressourcen verschwendet und das Vertrauen der Öffentlichkeit in Institutionen untergraben hat. Von Malaysia bis zu den Philippinen sind Bürger auf die Straße gegangen, um von ihren Führern Rechenschaftspflicht und Transparenz zu fordern. Als Reaktion darauf haben einige Regierungen auf autoritäre Taktiken zurückgegriffen und die Bemühungen zur Korruptionsbekämpfung als Vorwand genutzt, um die Kontrolle zu festigen und abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen.
Auf den Philippinen hat Präsident Rodrigo Duterte einen unerbittlichen Krieg gegen die Korruption geführt, der auch zu einem brutalen Vorgehen gegen Drogenkonsumenten und -händler geführt hat. Kritiker argumentieren, dass diese Kampagne dazu genutzt wurde, Dutertes politische Gegner ins Visier zu nehmen, anstatt die eigentlichen Ursachen der Bestechung anzugehen.
Ähnlich hat in Malaysia die neue Regierung unter Premierminister Anwar Ibrahim versprochen, die Korruption zu bekämpfen, doch einige befürchten, dass diese Bemühungen dazu genutzt werden könnten, mit der vorherigen Regierung Rechnungen zu begleichen. Anwar selbst verbrachte wegen weithin als politisch motiviert angesehener Anschuldigungen fast ein Jahrzehnt im Gefängnis.
Experten warnen, dass der Einsatz autoritärer Taktiken im Namen der Korruptionsbekämpfung die demokratischen Institutionen und die Rechtsstaatlichkeit in der Region weiter untergraben könnte.
Quelle: Deutsche Welle


