Kulturminister lehnt Gespräche über EU-Beitritt als „seltsam“ ab

Lisa Nandy kritisiert die Forderung des Labour-Führungskandidaten Wes Streeting nach einem Wiederbeitritt Großbritanniens zur EU und stellt die plötzliche europäische Ausrichtung in Frage.
Die britische Kulturministerin Lisa Nandy hat Forderungen nach einem Wiedereintritt Großbritanniens in die Europäische Union als „seltsam“ und zum ungünstigen Zeitpunkt zurückgewiesen. Ihre Kommentare kamen schnell im Anschluss an Äußerungen des ehemaligen Gesundheitsministers Wes Streeting, einer prominenten Persönlichkeit im Rennen um die Führung der Labour-Partei, der meinte, dass der wirtschaftlichen und politischen Zukunft des Landes besser gedient sei, wenn er dem Block wieder beitritt, aus dem Großbritannien vor über einem Jahrzehnt ausgetreten ist.
Der Austausch verdeutlicht eine kritische Bruchlinie in Labours Post-Brexit-Positionierung, da die Partei versucht, konkurrierende Visionen für die Beziehungen des Vereinigten Königreichs zu Kontinentaleuropa in Einklang zu bringen. Nandys Intervention stellt einen Versuch dar, das zu unterdrücken, was einige Parteimitglieder als unnötig spaltende Wiederaufnahme der Brexit-Debatte ansehen, die seit dem Referendum 2016 die britische Politik dominiert. Ihre Ablehnung von Streetings Vorschlag deutet darauf hin, dass die Labour-Führung entschlossen ist, über die erbitterten Spaltungen hinauszugehen, die die britische Europapolitik im letzten Jahrzehnt geprägt haben.
In einem Gespräch mit BBC-Journalisten am Sonntag äußerte Nandy ihre Verwunderung über Streetings plötzliche und unerwartete Konzentration auf europäische Angelegenheiten. Sie argumentierte, dass die Kommentare die Partei in die erbitterten und emotional aufgeladenen Debatten rund um den Brexit zurückziehen könnten, ein Thema, das weiterhin für erhebliche Spannungen in der britischen politischen Landschaft sorgt. Der Kulturminister betonte, dass das Brexit-Referendum, das ein Jahrzehnt zuvor stattgefunden hatte, die Angelegenheit in den Köpfen der britischen Wählerschaft bereits geklärt habe, und stellte die Frage, warum Parteimitglieder versuchen sollten, diese grundlegende Entscheidung neu zu beleuchten.
Quelle: The Guardian


