Tödlicher pakistanischer Luftangriff trifft afghanische Drogenentzugseinrichtung

Afghanistan wirft Pakistan einen tödlichen Luftangriff auf ein Drogenrehabilitationszentrum vor, bei dem Hunderte getötet wurden. Die Spannungen nehmen zu, da Beamte eine Untersuchung des grenzüberschreitenden Angriffs fordern.
Afghanische Beamte haben Pakistan beschuldigt, einen Luftangriff auf ein Drogenrehabilitationszentrum in Afghanistan durchgeführt zu haben, bei dem Hunderte Menschen ums Leben kamen. Der Angriff ereignete sich in der östlichen Provinz Nangarhar, die an Pakistan grenzt, und hat die Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern verschärft.
Nach Angaben der örtlichen Behörden hatte die pakistanische Luftwaffe die Einrichtung ins Visier genommen, in der Personen untergebracht waren, die wegen Drogenmissbrauchs behandelt wurden. Berichten zufolge wurden bei dem Streik mindestens 40 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Die afghanische Regierung hat jedoch erklärt, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer mit Hunderten von Opfern viel höher ist.
Der Vorfall löste in Afghanistan Empörung aus, und die Regierung forderte eine gründliche Untersuchung des grenzüberschreitenden Angriffs. Afghanische Beamte haben Pakistan eine Verletzung seiner Souveränität vorgeworfen und eine internationale Verurteilung des mutmaßlichen Kriegsverbrechens gefordert.
„Dieser Angriff ist ein klarer Verstoß gegen die Souveränität und territoriale Integrität Afghanistans“, sagte Najibullah Mahjub, ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums. „Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, diese abscheuliche Tat zu verurteilen und Pakistan für seine Taten zur Rechenschaft zu ziehen.“
Pakistan hat den Vorfall noch nicht offiziell kommentiert, doch die Spannungen zwischen den beiden Ländern sind aufgrund grenzüberschreitender militanter Aktivitäten und umstrittener Grenzfragen seit Jahren hoch. Afghanistan wirft Pakistan seit langem vor, Taliban und andere extremistische Gruppen, die in Afghanistan einen Aufstand führen, Zuflucht zu suchen und zu unterstützen.
Das angegriffene Drogenrehabilitationszentrum wurde Berichten zufolge von der afghanischen Regierung betrieben und bot Behandlungs- und Unterstützungsdienste für Personen an, die mit Drogenabhängigkeit zu kämpfen hatten. Die Anlage befand sich in einer ländlichen Gegend der Provinz Nangarhar, die in der Vergangenheit ein Zentrum für Drogenproduktion und -handel war.
Der tödliche Luftangriff hat die ohnehin schon angespannte Beziehung zwischen Afghanistan und Pakistan weiter belastet, da beide Seiten sich gegenseitig vorwerfen, terroristische Gruppen zu beherbergen und zu unterstützen. Die internationale Gemeinschaft hat zur Ruhe und Deeskalation der Spannungen aufgerufen und beide Länder aufgefordert, bei der Bewältigung der Sicherheitsherausforderungen in der Region zusammenzuarbeiten.
Quelle: Al Jazeera


