Hirsch aus M&S-Rolltreppe in Norwich gerettet

Ein Muntjak-Hirsch wurde gerettet, nachdem er kopfüber in einer Rolltreppe eines M&S-Geschäfts in Norwich gefangen war. Das Tier mit dem Spitznamen „Lucky“ Lucy kam mit nur leichten Verletzungen davon.
In einer außergewöhnlichen Wendung der Ereignisse, die selbst erfahrene Tierrettungsprofis überraschte, erhielten die Mitarbeiter des Hillside Animal Sanctuary in Norfolk letzten Dienstagnachmittag einen ungewöhnlichen Notruf. Die Nachricht war einfach und doch verblüffend: Ein Reh war in einer Rolltreppe eines Marks & Spencer-Kaufhauses im Herzen der Innenstadt von Norwich gefangen. Dieser unerwartete Vorfall würde die Rettungskompetenz des Rettungszentrums auf eine noch nie dagewesene Weise auf die Probe stellen.
Die Gründerin des Schutzgebiets, Wendy Valentine, erinnerte sich mit einer Mischung aus Unglauben und beruflicher Besorgnis an die schockierende Natur des Anrufs. „In Norfolk geraten Hirsche oft in Schwierigkeiten“, erklärte Valentine, als er über den Vorfall nachdachte. „Sie bleiben zwischen Wänden und Ställen und in Toren stecken. Es ist durchaus üblich, dass Hirsche an verschiedenen Orten in der Region stecken bleiben. Allerdings war ‚in einer Rolltreppe gefangen‘ für uns eine absolute Premiere.“ Ihre langjährige Erfahrung in der Wildtierrettung hatte ihr Team auf zahlreiche herausfordernde Szenarien vorbereitet, doch diese besondere Situation stellte Neuland dar.
Der Muntjak-Hirsch, eine kleine in Südostasien beheimatete Art, die sich in Teilen des Vereinigten Königreichs etabliert hat, befand sich innerhalb der mechanischen Grenzen des Einkaufszentrums in einer unglaublich prekären Lage. Das Tier war kopfüber im Rolltreppenmechanismus eingeklemmt, eine Situation, die unmittelbare Verletzungsgefahr und eskalierende Panik mit sich brachte. Die Mitarbeiter des Ladens hatten schnell und angemessen reagiert, indem sie sich an die örtlichen Tierrettungsdienste gewandt hatten, anstatt zu versuchen, die Situation selbst in den Griff zu bekommen, eine Entscheidung, die wahrscheinlich weiteren Schaden für das in Not geratene Tier verhinderte.
Die Rettungsaktion erforderte eine sorgfältige Planung und Koordination zwischen dem Team des Tierheims und dem M&S-Management. Rolltreppen stellen in Rettungsszenarien aufgrund ihrer beweglichen Teile, elektrischen Komponenten und engen Räume besondere Herausforderungen dar. Das Team musste sicherstellen, dass die Rolltreppe sofort abgeschaltet und gesichert wurde, um unbeabsichtigte Bewegungen zu verhindern, die das gefangene Tier noch mehr verletzen könnten. Darüber hinaus mussten sie schnell, aber vorsichtig vorgehen, um zu vermeiden, dass der verängstigte Muntjak während des Extraktionsprozesses zusätzlich belastet oder körperlich geschädigt wird.
Nothelfer trafen mit Spezialausrüstung und Fachwissen im Umgang mit Wildtierrettungssituationen in der Filiale in Norwich ein. Die Position des gefangenen Hirsches – kopfüber eingeklemmt – stellte Komplikationen dar, die innovatives Denken und sanften Umgang erforderten. Das Team arbeitete methodisch daran, Platz zu schaffen und das Tier vorsichtig aus der mechanischen Rolltreppe zu manövrieren und gleichzeitig die Gefährdung durch scharfe Kanten und mechanische Komponenten zu minimieren. Während des gesamten Prozesses überwachten sie den Stresspegel und die körperliche Verfassung des Hirsches und stellten so sicher, dass sie sofort reagieren konnten, wenn die Gesundheit des Tieres beeinträchtigt wurde.
Das Ergebnis dieser dramatischen Rettung grenzte an ein Wunder. Allen Widrigkeiten zum Trotz kam der Muntjak mit nur minimalen Verletzungen aus seinem mechanischen Gefängnis heraus. Das Tier, das die Rettungskräfte in Anerkennung ihrer bemerkenswerten Flucht liebevoll „Lucky“ Lucy nannten, erlitt nur eine oberflächliche Schnittwunde an einem ihrer Füße. Für ein Tier, das in einer so gefährlichen und unnatürlichen Umgebung gefangen war, war dieser Ausgang ein außergewöhnlicher Glücksfall. Die kleine Wunde wurde behandelt und der Hirsch schien nach der Tortur bei ansonsten guter Gesundheit zu sein.
Quelle: The Guardian


