Der Teufel trägt Prada 2: Machtverschiebung in der Mode

Die neue Fortsetzung des Films zeigt, wie Luxusmarken die Macht der Zeitschriftenredakteure in der Modebranche abgebaut haben.
Die Premiere von „Der Teufel trägt Prada 2“ in der prestigeträchtigen Londoner National Gallery in dieser Woche war mehr als nur eine Feier des Kinos – es war eine symbolische Zusammenkunft, die die seismischen Veränderungen widerspiegelte, die in der Modebranche selbst stattfinden. Unter den hohen Decken und klassischen Kunstwerken einer der angesehensten Kulturinstitutionen Großbritanniens wurde die Erzählung des Films über sich verändernde Machtdynamiken in der Mode in Echtzeit lebendig, als sich Branchenriesen und Zeitschriftenredakteure zu einer exklusiven Afterparty trafen, die sowohl Tradition als auch Transformation verkörperte.
Donatella Versace, die Kreativdirektorin des legendären italienischen Luxushauses, erregte Aufmerksamkeit in einem speziell abgesperrten VIP-Bereich direkt unter Paul Delaroches eindringlichem Meisterwerk „Die Hinrichtung von Lady Jane Grey“. Die symbolische Platzierung war kein Zufall – so wie das historische Gemälde eine Macht- und Folgenverschiebung darstellt, erlebt die zeitgenössische Modewelt ihre eigene dramatische Neuausrichtung. Die aufwändige Inszenierung der Premierenparty mit ihrer Mischung aus High Art und High Fashion unterstrich die zentrale These des Films: dass sich die traditionellen Hierarchien der Modeindustrie einem grundlegenden Wandel unterziehen.
Meryl Streep, die zu ihrer ikonischen Rolle als Miranda Priestly zurückkehrte – die Figur, von der weithin angenommen wird, dass sie auf der realen Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour basiert – gab bei der Veranstaltung ein sorgfältig durchdachtes modisches Statement ab. Ihre Wahl eines auffälligen roten Prada-Satinmantels war eine bewusste Anspielung auf den provokanten Titel des Films und seine thematischen Schwerpunkte. Die dazugehörige schwarze Sonnenbrille fungierte als wissendes Augenzwinkern für Wintour selbst und hielt die spielerische Spannung zwischen Fiktion und Realität aufrecht, die die Figur schon immer umgab. Diese bewusste Auswahl der Garderobe zeigte, dass Mode auch bei der Premiere selbst eine Sprache der Kommunikation und subtiler Botschaften blieb.


