Epsteins Londoner Wohnungen: Wie Opfer untergebracht wurden

BBC-Untersuchungen zeigen, dass Jeffrey Epstein mutmaßliche Missbrauchsopfer in Londoner Anwesen untergebracht hat, nachdem die britische Polizei es abgelehnt hatte, gegen den in Ungnade gefallenen Finanzier zu ermitteln.
Eine bedeutende BBC-Untersuchung hat beunruhigende Details darüber ans Licht gebracht, wie der verurteilte Finanzier Jeffrey Epstein in London präsent war und gleichzeitig angeblich weiterhin Opfer missbrauchte. Der investigative Journalismus deckte Beweise dafür auf, dass Epstein mehrere mutmaßliche Opfer in exklusiven Londoner Wohnungen in den exklusiven Vierteln Kensington und Chelsea untergebracht hatte, selbst nachdem die britischen Behörden beschlossen hatten, keine Ermittlungen zu seinen Aktivitäten einzuleiten.
Den umfassenden Erkenntnissen des Senders zufolge hat sich Epstein mindestens vier Immobilien in der gesamten Hauptstadt gesichert. Die Dokumentation dieser Vereinbarungen findet sich in Quittungen, E-Mails und Bankunterlagen, die in den sogenannten Epstein-Akten enthalten sind. Die Entdeckung wirft ernsthafte Fragen darüber auf, wie solche Aktivitäten in einem der größten Finanzzentren der Welt unentdeckt und ungehindert weitergehen konnten. Sechs Frauen, die in diesen Unterkünften wohnten, haben daraufhin Vorwürfe erhoben, dass der in Ungnade gefallene Finanzier sie während ihrer Zeit in den Londoner Unterkünften sexuell missbraucht habe.
Die Enthüllung ist besonders besorgniserregend, da die Metropolitan Police bereits beschlossen hatte, keine Ermittlungen zu Epsteins Verhalten im Vereinigten Königreich einzuleiten. Diese Entscheidung bedeutete, dass die britischen Strafverfolgungsbehörden trotz des Zugangs zu Informationen über seine Aktivitäten seine mutmaßlichen Verbrechen oder seine Bewegungen innerhalb des Landes nicht aktiv untersuchten. Der Zeitpunkt und die Umstände dieser Entscheidung geben Opfervertretern und Rechtsexperten nach wie vor Anlass zur Sorge und bezweifeln, dass die ordnungsgemäßen Protokolle eingehalten wurden.
Quelle: The Guardian


