Äthiopiens verzweifelter Versuch, Hafenzugang zu erhalten, schürt Konfliktängste

Äthiopiens Forderung nach einem Hafen schürt die Spannungen mit Eritrea und gibt Anlass zur Sorge vor einem neuen Krieg, da die Länder einer historischen Schlacht gedenken.
Die Gedenkfeier des 130. Jahrestags der Schlacht von Adwa in Addis Abeba, Äthiopien, war von einem Gefühl der Beunruhigung geprägt, da der erneute Drang des Landes nach Hafenzugang die Spannungen mit seinem Nachbarn Eritrea neu zu entfachen droht.
In der Schlacht von Adwa, die 1896 ausgetragen wurde, besiegten die äthiopischen Streitkräfte das Land entscheidend Die italienische Invasionsarmee war eines der wenigen afrikanischen Länder, das während der Kolonialzeit seine Unabhängigkeit bewahrte. Dieser bahnbrechende Sieg erfüllt die Äthiopier mit großem Stolz, aber die aktuelle geopolitische Landschaft ist weitaus komplexer.
Äthiopien, ein Binnenstaat, versucht seit langem, einen zuverlässigen Hafenzugang zu sichern, eine entscheidende wirtschaftliche Lebensader. Seine jüngsten Versuche, im Hafen von Assab in Eritrea Fuß zu fassen, haben Alarm ausgelöst, da die beiden Nationen eine Geschichte von Konflikten und Misstrauen haben, die bis zu Eritreas Unabhängigkeitskrieg von Äthiopien in den 1990er Jahren zurückreicht.
Die Spannungen wurden durch Äthiopiens Bau des Großen Äthiopien-Renaissance-Staudamms am Blue River weiter verschärft Nil, ein Projekt, das in Nachbarländern, darunter Ägypten, Besorgnis über eine mögliche Wasserknappheit geweckt hat.
Analysten warnen, dass Äthiopiens Streben nach Hafenzugang in Kombination mit den anhaltenden regionalen geopolitischen Spannungen einen militärischen Konflikt zwischen den beiden Ländern wieder aufflammen lassen könnte, mit potenziell verheerenden Folgen für die Region am Horn von Afrika.
Quelle: The New York Times


