Das historische Chemikalienverbot der EU ist durch erhebliche Verzögerungen ins Stocken geraten

Grüne Gruppen kritisieren die Verzögerungen der Europäischen Kommission bei Beschränkungen für giftige Chemikalien. Bericht zeigt geringe Fortschritte beim Verbot schädlicher Verbindungen in Verbraucherprodukten.
Der ehrgeizige Plan der Europäischen Union, Schadstoffe aus Alltagsprodukten zu eliminieren, muss mit erheblichen Rückschlägen rechnen, wobei Umweltschützer ihre tiefe Frustration über die zunehmenden Verzögerungen bei der Umsetzung zum Ausdruck bringen. Ein umfassender Bericht, der die Fortschritte bei der EU-Restriktions-Roadmap untersucht, hat ergeben, dass vier Jahre nach dem Start der Initiative immer noch erhebliche Hindernisse bestehen, die die Entfernung gefährlicher Verbindungen aus Konsumgütern verhindern, auf die Millionen von Europäern täglich angewiesen sind.
Nach Erkenntnissen von Umweltorganisationen, die die Fortschritte der Initiative verfolgen, müssen mindestens 14 verschiedene Gruppen von gefährlichen Substanzen weiterhin mit längeren Fristen konfrontiert werden, bevor regulatorische Maßnahmen wirksam werden können. Zu diesen problematischen Verbindungen gehören giftige „Dauerchemikalien“, die auf unbestimmte Zeit in der Umwelt und im menschlichen Körper verbleiben, sowie schädliche Substanzen, die in Kinderwindeln und zahlreichen Haushaltsprodukten enthalten sind.
Die Europäische Kommission stellte im April 2022 ihre ehrgeizige Initiative zum Verbot giftiger Chemikalien vor und bezeichnete sie als bahnbrechende Errungenschaft im Umweltschutz und beim Schutz der öffentlichen Gesundheit. Damals verkündeten Regulierungsbeamte und Umweltschützer den Fahrplan für die Beschränkungen als das umfassendste Verbot gefährlicher Chemikalien, das jemals von der Union versucht wurde, und markierten damit einen Wendepunkt in der europäischen Politik zur Kontrolle der Umweltverschmutzung.
Die anschließende Überwachung durch Umweltorganisationen hat jedoch eine krasse Realität ans Licht gebracht: Der Umsetzungsverlauf blieb dramatisch hinter den Erwartungen zurück. Wissenschaftler und grüne Gruppen bezeichnen die Situation mittlerweile als „äußerst frustrierend“ und verweisen auf systemische Hindernisse innerhalb der bürokratischen Prozesse der Kommission.


