Everest-Eisblock stoppt Frühlingsklettersaison

Ein riesiger Eisbrocken, der über dem Khumbu-Eisbruch schwebt, bedroht Mount-Everest-Kletterer. Sicherheitsbedenken halten Eisfallärzte davon ab, das gefährliche Hindernis zu beseitigen.
Der Mount Everest, der höchste Gipfel der Welt mit einer Höhe von 29.032 Fuß über dem Meeresspiegel, steht vor einer beispiellosen Sicherheitsherausforderung, da die Frühjahrsklettersaison ihren Höhepunkt erreicht. Ein bedeutender Eisblock hat sich in einer prekären Position über dem tückischen Khumbu-Eisfall in der Nähe von Camp One festgesetzt und eine gefährliche Barriere geschaffen, die die Sicherheit Hunderter Bergsteiger gefährdet, die sich auf ihre Gipfelversuche vorbereiten. Dieses Hindernis hat sich zu einer der größten Gefahren während der diesjährigen Klettersaison entwickelt und zwingt Expeditionsleiter und Bergbehörden dazu, Kletterrouten und Sicherheitsprotokolle neu zu bewerten.
Der Khumbu-Eisfall, ein sich ständig veränderndes Gletschergebilde zwischen Base Camp und Camp One, ist bekanntermaßen einer der gefährlichsten Abschnitte der Standard-Everest-Kletterroute. Der Eisfall ist durch massive Seracs – hoch aufragende Eisblöcke – gekennzeichnet, die sich aufgrund der natürlichen Bewegung des Gletschers den Berg hinunter ständig verschieben und zusammenbrechen. Kletterer beschreiben die Durchquerung dieses Abschnitts als einen Spaziergang durch ein instabiles Labyrinth hoch aufragender Eisformationen, über dem ständig die Gefahr eines Zusammenbruchs droht. Der schwebende Eisbrocken, der jetzt den Zugang versperrt, hat die ohnehin schon als eine der gefährlichsten Passagen des Bergsteigens geltende Komplexität noch weiter erhöht.
Das Vorhandensein des großen Eishindernisses hat sich als zu riskant erwiesen, als dass selbst die spezialisierten Bergarbeiter, die sogenannten Icefall Doctors, es sicher entfernen könnten. Diese hochqualifizierten Fachkräfte befahren den Khumbu-Eisfall während der Klettersaison in der Regel täglich, platzieren Fixseile, Leitern und Sicherheitsausrüstung strategisch und beseitigen kleinere Eisreste, die sich auf natürliche Weise entlang der Kletterroute ansammeln. Ihre Arbeit ist unerlässlich, um den Hunderten von Bergsteigern, die jede Saison den Mount Everest besteigen, eine sichere Passage zu gewährleisten. Allerdings stellen die Größe, Position und Instabilität des aktuellen Eisblocks außerordentliche Risiken dar, die über den Rahmen standardmäßiger Eisbruchwartungsarbeiten hinausgehen.
Quelle: Deutsche Welle


