Ex-Kongressabgeordnete warnt vor pakistanischer Raketenbedrohung für die USA

Die ehemalige Abgeordnete Tulsi Gabbard warnt davor, dass die wachsenden Raketenfähigkeiten Pakistans eine künftige Bedrohung für die USA darstellen könnten, doch Experten bestreiten diese Einschätzung und sagen, der Fokus liege auf Indien.
Tulsi Gabbard, die ehemalige US-Kongressabgeordnete, hat Bedenken geäußert, dass Pakistans Raketenprogramm möglicherweise eine zukünftige Bedrohung für die Vereinigten Staaten darstellen könnte. Analysten haben sich jedoch gegen diese Einschätzung gewehrt und argumentiert, dass Pakistans Raketenkapazitäten sich in erster Linie auf das benachbarte Indien konzentrieren, das über eigene Raketen mit größerer Reichweite verfügt.
Gabbard, der als Vertreter Hawaiis fungierte, erklärte kürzlich, dass Pakistans wachsendes Raketenarsenal schließlich zu einer Gefahr für die USA werden könnte. Sie wies darauf hin, dass die Entwicklung taktischer Atomwaffen und ballistischer Kurzstreckenraketen durch das Land potenzielle Bedrohungen seien, die die USA genau beobachten sollten.
Aber Verteidigungsexperten haben sich gegen Gabbards Einschätzung gewehrt und argumentiert, dass sich Pakistans Raketenprogramm in erster Linie auf seine langjährige Rivalität mit Indien und nicht auf die Vereinigten Staaten konzentriert. Indien hat ein bedeutendes Raketenabwehrsystem entwickelt und verfügt über Interkontinentalraketen, die tief in pakistanisches Territorium eindringen können.
„Bei Pakistans Raketenprogramm geht es in Wirklichkeit darum, eine glaubwürdige Abschreckung gegen Indien aufrechtzuerhalten, das über eine viel fortschrittlichere und leistungsfähigere Raketentruppe verfügt“, sagte Vipin Narang, Professor für Politikwissenschaft am Massachusetts Institute of Technology. „Es geht nicht wirklich um die Vereinigten Staaten.“
Tatsächlich besteht Pakistans Raketenarsenal hauptsächlich aus ballistischen Kurz- und Mittelstreckenraketen, die auf indische Städte und Militäreinrichtungen abzielen. Das Land hat auch taktische Atomwaffen entwickelt, um jeden potenziellen indischen konventionellen oder nuklearen Angriff abzuwehren.
Während die USA Besorgnis über Pakistans Atom- und Raketenprogramme geäußert haben, argumentieren Analysten, dass der eigentliche Fokus auf der Bewältigung der Indien-Pakistan-Atomrivalität und der Verhinderung einer zufälligen oder unbeabsichtigten Eskalation zwischen den beiden Ländern liegen sollte.
„Die wahre Bedrohung besteht nicht darin, dass Pakistans Raketen eines Tages gegen die USA eingesetzt werden könnten, sondern dass eine Fehleinschätzung oder Fehlkommunikation zwischen Indien und Pakistan zu einem nuklearen Schlagabtausch mit katastrophalen Folgen führen könnte“, sagte Toby Dalton, Co-Direktor des Nuclear Policy Program beim Carnegie Endowment for International Frieden.
Quelle: Al Jazeera


