FCC zielt auf Disney-ABC-Lizenzen statt DEI-Richtlinien ab

Die FCC hat Disney-eigene ABC-Sender angewiesen, eine vorzeitige Lizenzverlängerung zu beantragen, und verwies dabei auf eine Untersuchung der Diversitäts- und Inklusionspraktiken des Unternehmens.
Die Federal Communications Commission hat erhebliche regulatorische Maßnahmen gegen Disney ergriffen und die vom Unternehmen betriebenen ABC-Fernsehsender angewiesen, einen Antrag auf vorzeitige Lizenzverlängerung zu stellen. Laut einem Bericht der New York Times stellt dieser beispiellose Schritt eine wesentliche Veränderung in der Art und Weise dar, wie Bundesregulierungsbehörden an große Rundfunksender herangehen. Die Entscheidung der FCC, die offiziell in einer am Dienstag veröffentlichten Akte dokumentiert ist, markiert eine Eskalation der staatlichen Aufsicht über eines der größten amerikanischen Medienkonglomerate und signalisiert potenzielle Herausforderungen für die Rundfunkaktivitäten des Unterhaltungsgiganten.
In ihrer offiziellen Einreichung behauptet die FCC, dass die Richtlinie auf einer laufenden Untersuchung der Disney-Richtlinien zu Diversität, Gerechtigkeit und Inklusivität (DEI) beruht. Die Agentur hat Bedenken darüber geäußert, wie das Unternehmen sein Engagement für Vielfalt im Rundfunk umsetzt und aufrechterhält, und weist darauf hin, dass diese Bedenken eine beschleunigte Prüfung durch einen frühen Erneuerungsprozess rechtfertigen. Diese Untersuchung stellt ein umfassenderes Muster regulatorischer Aufmerksamkeit dar, die der Art und Weise gewidmet wird, wie große Medienunternehmen mit Initiativen zur Arbeitsplatzvielfalt und der Darstellung von Inhalten auf ihren Plattformen umgehen.
Der Zeitpunkt dieser FCC-Maßnahme hat bei Medienbeobachtern und Branchenanalysten für Stirnrunzeln gesorgt, insbesondere angesichts des unmittelbaren Kontexts der Regulierungsentscheidung. Nur einen Tag vor der FCC-Anmeldung forderte Präsident Donald Trump öffentlich, dass ABC den Late-Night-Talkshow-Moderator Jimmy Kimmel von seinem Posten entlässt. Trumps Aufruf zur Entlassung Kimmels erfolgte, nachdem der Komiker einen kontroversen Sketch gehalten hatte, in dem er Melania Trump als „werdende Witwe“ bezeichnete, ein Kommentar, der einem mutmaßlichen Attentatsversuch vorausging, über den beim Korrespondentenessen im Weißen Haus berichtet wurde.
Quelle: The Verge


