Fünf Carillion-Manager von Aufsichtsbehörde verboten

Die britische Buchhaltungsaufsichtsbehörde verbietet fünf ehemaligen Führungskräften von Carillion, darunter dem Finanzchef, wegen rücksichtslosem Verhalten während des Unternehmenszusammenbruchs.
Die britische Finanzaufsichtsbehörde hat fünf ehemaligen leitenden Angestellten des aufgelösten Regierungsauftragnehmers Carillion einen entscheidenden Schlag versetzt und ein dauerhaftes Berufsverbot verhängt, nachdem sie festgestellt hatte, dass sie in ihren Rollen bei dem multinationalen Konzern rücksichtslos gehandelt hatten. Der Financial Reporting Council, Großbritanniens wichtigste Buchhaltungsaufsichtsbehörde, hat Sanktionen gegen Richard Adam, Zafar Khan und drei weitere ehemalige Führungskräfte verhängt und damit die berufliche Laufbahn einiger der ranghöchsten Persönlichkeiten des Unternehmens praktisch beendet.
Zu den Gesperrten gehört Carillions ehemaliger Finanzchef, dessen Karriere im Rechnungswesen und Finanzwesen durch die Regulierungsmaßnahmen irreversibel geschädigt wurde. Die Verbote stellen einige der strengsten Sanktionen dar, die das FRC verhängen kann, was die Schwere der Feststellungen zu Fehlverhalten verdeutlicht. Neben den Berufsbeendigungsverboten wurden den fünf Führungskräften von der Aufsichtsbehörde auch erhebliche Geldstrafen auferlegt, was die Schwere ihrer Verstöße in den letzten Betriebsjahren des Unternehmens unterstreicht.
Carillions dramatischer Zusammenbruch in die Zwangsliquidation im Januar 2018 gilt als einer der katastrophalsten Unternehmensinsolvenzen in der modernen britischen Wirtschaftsgeschichte. Auf dem Höhepunkt seiner Geschäftstätigkeit war das multinationale Unternehmen für Bau- und Facility-Management-Dienstleistungen ein echter Riese seiner Branche und beschäftigte weltweit etwa 43.000 Mitarbeiter auf mehreren Kontinenten. Der plötzliche und umfassende Zusammenbruch des Unternehmens löste Schockwellen in der Baubranche aus und warf ernsthafte Fragen zur Unternehmensführung und Rechenschaftspflicht auf.


