Florida untersucht Faultierwelt, nachdem 31 Tiere gestorben sind

Wildschutzbeamte untersuchen umstrittene Attraktion in Orlando, da 31 Faultiere aus Südamerika in einem Lagerhaus ohne Strom und Wasser umkommen.
Wildtierbehörden in Florida haben nach einem tragischen Vorfall, bei dem Dutzende gefährdeter Tiere ums Leben kamen, eine offizielle Untersuchung zu einem geplanten Touristenziel eingeleitet. Laut einem umfassenden Vorfallbericht der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) starben 31 Faultiere aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas, während sie sich in der Obhut von Betreibern befanden, die die Eröffnung einer neuen Attraktion namens Sloth World in der Gegend von Orlando vorbereiteten. Die zu Ausstellungszwecken aus Peru und Guyana importierten Tiere erlagen zwischen Dezember 2024 und Februar 2025 den Umweltbedingungen.
Die Faultiere starben dem FWC-Bericht zufolge in einem Lagerhaus ohne ausreichende Klimatisierung. Beamte stellten fest, dass die Tiere an einem Zustand starben, der als „Kältebetäubung“ bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine physiologische Reaktion, die auftritt, wenn diese tropischen Säugetiere Temperaturen ausgesetzt werden, die unter ihrem natürlichen Temperaturbereich liegen. Das Lagerhaus, in dem die Tiere untergebracht waren, verfügte weder über eine funktionierende Stromversorgung noch über Zugang zu fließendem Wasser, was äußerst lebensfeindliche Bedingungen für Tiere schuf, die an die warme, feuchte Umgebung der Regenwälder Mittel- und Südamerikas angepasst waren. Diese Entdeckung hat zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich der Behandlungs- und Pflegeprotokolle der geplanten Attraktion geführt.
Das Projekt Sloth World stellt einen ehrgeizigen, aber kontroversen Versuch dar, der boomenden Tourismusbranche Floridas ein interaktives Wildtiererlebnis zu bieten. Die Anlage wurde so konzipiert, dass Besucher in einer kontrollierten Umgebung mit lebenden Faultieren interagieren können und dabei von der Beliebtheit der Tiere in sozialen Medien und bei internationalen Reisenden profitieren. Der Tod einer so großen Anzahl von Tieren vor der Eröffnung der Attraktion hat jedoch ernsthafte Zweifel an der Fähigkeit der Betreiber aufkommen lassen, sich angemessen um diese gefährdeten Tiere zu kümmern. Tierschützer hatten bereits vor dem tragischen Vorfall Bedenken hinsichtlich der Machbarkeit und der ethischen Auswirkungen des Projekts geäußert.


