Ehemaliger Trump-Berater warnt vor riskantem Regimewechsel im Iran

Das NPR-Interview mit dem ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton untersucht die Gefahren eines Regimewechsels im Iran, einer umstrittenen außenpolitischen Strategie.
Der frühere nationale Sicherheitsberater von Trump John Bolton warnte kürzlich in einem Interview mit Steve Inskeep von NPR vor den Risiken eines Versuchs, das iranische Regime zu stürzen. Bolton, ein langjähriger Iran-Falke, der sich für eine aggressive Politik gegenüber der Islamischen Republik einsetzte, räumte ein, dass ein Regimewechsel erhebliche Gefahren und unbeabsichtigte Folgen mit sich bringt.
Während seiner Zeit in der Trump-Administration war Bolton ein lautstarker Befürworter einer harten Haltung gegenüber dem Iran, einschließlich der Möglichkeit von Militärschlägen und verdeckten Aktionen zum Sturz der Führung des Landes. Im NPR-Interview schlug er jedoch einen gemäßigteren Ton an und stellte fest, dass die Geschichte gezeigt habe, dass Bemühungen um einen Regimewechsel im Nahen Osten leicht außer Kontrolle geraten können.
„Regimewechsel ist eine Idee, die in der Theorie gut klingt, aber die Umsetzung ist höllisch schwierig“, sagte Bolton zu Inskeep. „Man muss auf die Folgen vorbereitet sein, und da sind meiner Meinung nach viele Probleme aufgetreten.“
Der ehemalige nationale Sicherheitsberater bezeichnete die US-geführte Invasion im Irak im Jahr 2003 als warnendes Beispiel und wies darauf hin, dass der Sturz der Regierung Saddam Husseins ein Machtvakuum geschaffen habe, das den Aufstieg von ISIS und anderen extremistischen Gruppen ermöglicht habe. Er warnte davor, dass ein ähnliches Szenario eintreten könnte, wenn das iranische Regime ohne einen klaren Plan für einen stabilen Machtwechsel gestürzt würde.
„Wenn man über einen Regimewechsel spricht, muss man bereit sein, etwas an seine Stelle zu setzen“, sagte Bolton. „Und wenn man das nicht im Hinterkopf hat, kann man mehr Probleme schaffen als lösen.“
Das Interview findet in einer Zeit zunehmender Spannungen zwischen den USA und dem Iran statt, in der die Biden-Regierung versucht, das Atomabkommen von 2015 wiederzubeleben, aus dem sich die Trump-Regierung zurückgezogen hat. Boltons Kommentare deuten auf eine wachsende Einsicht unter einigen Außenpolitikveteranen hin, dass aggressive Regimewechselstrategien mehr schaden als nützen können, insbesondere in der volatilen Region des Nahen Ostens.
Bolton behauptete jedoch, dass die USA durch Wirtschaftssanktionen und andere Mittel weiterhin Druck auf das iranische Regime ausüben sollten, und argumentierte, dass letztendlich ein Führungswechsel notwendig sei, um die destabilisierenden regionalen Aktivitäten des Landes und die Unterstützung terroristischer Gruppen anzugehen. Er warnte jedoch davor, dass alle Versuche eines Regimewechsels sorgfältig geplant und durchgeführt werden müssen, um eine Wiederholung des Chaos im Irak und anderswo zu vermeiden.
Quelle: NPR


