Französischer Milliardär kämpft gegen Autoren im Grasset Publisher Shakeup

Die Spannungen nehmen zu, als über 170 Autoren den führenden französischen Verlag Grasset verlassen und dabei eine politische Einmischung des Eigentümers Vincent Bollore vorwerfen. Präsident Macron äußert sich zum eskalierenden Kulturkonflikt.
Der französische Milliardär Vincent Bollore hat versprochen, neue Autoren für seinen Verlag Grasset zu finden, nachdem über 170 Autoren wegen politischer Einmischung in redaktionelle Entscheidungen gekündigt hatten. Die Affäre hat die französische Kulturszene erschüttert und die Aufmerksamkeit von Präsident Emmanuel Macron auf sich gezogen, der sich öffentlich zu der Angelegenheit geäußert hat.
Der Exodus aus Grasset, einem der renommiertesten Verlage Frankreichs, begann Ende 2021, als mehrere hochkarätige Autoren ihren Abgang ankündigten. Sie beschuldigten Bollore, der 2019 die Muttergesellschaft von Grasset, Editis, übernommen hatte, sich in die Geschäfte des Verlags einzumischen und zu versuchen, eine rechte politische Agenda voranzutreiben.
Bollore, ein Milliardär mit Interessen von Medien bis Logistik, hat die Behauptungen zurückgewiesen und darauf bestanden, dass er die redaktionelle Unabhängigkeit von Grasset respektiere. Die Kontroverse hat sich jedoch nur verschärft, da Dutzende weitere Autoren diesem Beispiel folgten und den Verlag verließen.
Die Folgen haben über die literarische Welt hinaus nachgewirkt und die Aufmerksamkeit französischer Politiker auf sich gezogen. Präsident Macron hat gewarnt, dass die kulturelle Ausnahme Frankreichs – die Idee, dass die künstlerische und intellektuelle Produktion des Landes geschützt werden sollte – aufrechterhalten werden muss. „Kultur ist keine Ware“, sagte Macron kürzlich in einer Rede und tadelte damit offensichtlich Bollores Handeln.
Der Streit hat die Spannungen zwischen kommerziellen Interessen und künstlerischer Freiheit in der Verlagsbranche deutlich gemacht. Bollores Kritiker argumentieren, dass sein Wunsch, Kontrolle über die redaktionelle Leitung von Grasset auszuüben, das Erbe der Unabhängigkeit des Verlags und die Möglichkeit der Autoren, sich frei zu äußern, gefährdet.
„Dies ist ein Angriff auf unsere Meinungsfreiheit“, sagte Olivier Nora, der Chef von Grassets Muttergesellschaft Editis, kürzlich in einem Interview. „Es ist eine grundlegende Frage der Demokratie.“
Bollore bleibt jedoch trotzig. Er hat versprochen, neue Autoren zu finden, um die Abgeschiedenen zu ersetzen, und hat den ausscheidenden Autoren vorgeworfen, Teil einer „linken Verschwörung“ gegen ihn zu sein. Der Kampf um die Zukunft von Grasset ist noch lange nicht vorbei und sein Ausgang könnte erhebliche Auswirkungen auf die Lage des französischen Verlagswesens und die Kulturlandschaft des Landes haben.
Quelle: Deutsche Welle


