„Großmutter“ aus Gaza adoptiert verwaistes Baby nach tragischem Luftangriff

Maha wurde unerwartet wieder zur Mutterfigur, nachdem sie das Baby Hamza adoptiert hatte, dessen Eltern am Tag seiner Geburt bei einem israelischen Luftangriff getötet wurden.
Als Maha ihren Mann und ihren Sohn bei einem tragischen Unfall verlor, hätte sie nie damit gerechnet, noch einmal ein Kind großzuziehen. Doch genau das geschah, als sie beschloss, Hamza zu adoptieren, ein Baby, das am selben Tag geboren wurde, als seine Eltern bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen getötet wurden.
Maha war in ihrer großen, eng verbundenen Familie immer als „Großmutter“ bekannt. Doch nach dem verheerenden Verlust ihrer Lieben öffnete sie ihr Herz und ihr Zuhause für den neugeborenen Hamza, dessen Eltern bei dem Bombenanschlag, der nur wenige Stunden nach seiner Geburt stattfand, ums Leben kamen.
„Ich werde ihn Mama nennen“, sagt Maha mit einem warmen Lächeln und wiegt das Kind in ihren Armen. „Er ist jetzt mein Sohn.“ Die 65-jährige Großmutter ist zu einer unwahrscheinlichen Retterin für den kleinen Jungen geworden und gibt ihm die Liebe und Stabilität, die er verloren hat, als seine Eltern getötet wurden.
Hamzas Vater, Ahmad, war ein beliebter örtlicher Imam, der gerade die Geburt seines Sohnes gefeiert hatte, als der Luftangriff erfolgte. Seine Mutter, Aisha, wurde sofort getötet. Nach der Tragödie wusste Maha, dass sie einspringen musste, um sich um das verwaiste Neugeborene zu kümmern.
„Ich konnte ihn nicht in ein Waisenhaus gehen lassen“, erklärt Maha. „Er brauchte die Liebe einer Mutter. Und ich brauchte ihn auch, nachdem ich meine Familie verloren hatte.“ Der Übergang war nicht einfach, da Maha sich nach so vielen Jahren an die Anforderungen der Betreuung eines Säuglings gewöhnt hat. Doch sie ist entschlossen, Hamza das Leben zu ermöglichen, das seine Eltern ihm nicht mehr ermöglichen können.
Während Hamza heranwächst, möchte Maha ihm Geschichten über seine Eltern und ihre Hingabe an ihren Glauben und ihre Gemeinschaft erzählen. „Ich möchte, dass er weiß, woher er kommt“, sagt sie. „Und ich möchte, dass er mich Mama nennt.“
Die Tragödie, die sie zusammenführte, hat ihr beider Leben für immer verändert. Doch inmitten des unvorstellbaren Verlusts hat Maha ein neues Ziel gefunden – und einen Sohn, den sie ihr Eigen nennen kann.
Quelle: Al Jazeera


