Ghana fordert internationale Verurteilung des Sklavenhandels

Ghanas Außenminister drängt darauf, dass der transatlantische Sklavenhandel von der internationalen Gemeinschaft offiziell als Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklärt wird.
In einem historischen Schritt hat Ghanas Außenminister den Vereinten Nationen eine Resolution vorgeschlagen, um den transatlantischen Sklavenhandel offiziell als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuerkennen. Diese kraftvolle Bezeichnung würde die am Sklavenhandel beteiligten Nationen und Einzelpersonen rechtlich und moralisch für die begangenen unaussprechlichen Gräueltaten zur Verantwortung ziehen.
Der Antrag wäre, wenn er angenommen würde, ein Meilenstein im weltweiten Bemühen, die Schrecken des Sklavenhandels, der Afrika jahrhundertelang verwüstet hat, anzuerkennen und zu bewältigen. Ghana, eines der Länder, die am stärksten vom Sklavenhandel betroffen sind, führt die Initiative an, dieses dunkle Kapitel der Geschichte offiziell von der internationalen Gemeinschaft verurteilen zu lassen.
„Der transatlantische Sklavenhandel war eine der schrecklichsten Menschenrechtsverletzungen in der Geschichte“, sagte die ghanaische Außenministerin Shirley Ayorkor Botchwey. „Millionen Afrikaner wurden entführt, misshandelt und zu einem Leben in der Sklaverei gezwungen. Dies kann niemals vergessen oder vergeben werden. Wir haben die moralische Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt und auf das Schärfste verurteilt wird.“
Ghanas Vorschlag hat bereits die Unterstützung mehrerer Nationen erhalten, darunter Nigeria, Südafrika und einer Reihe karibischer Länder, deren Bevölkerung durch den Sklavenhandel zerstört wurde. Allerdings wird der Antrag voraussichtlich auf den Widerstand einiger ehemaliger Kolonialmächte stoßen, die wirtschaftlich vom Sklavenhandel profitierten, wie zum Beispiel das Vereinigte Königreich und Frankreich
„Hier geht es nicht nur darum, die Geschichte anzuerkennen, sondern auch darum, Verantwortung zu übernehmen und Wiedergutmachung zu leisten“, sagte Botchwey. „Die Auswirkungen des Sklavenhandels spüren noch heute Millionen von Menschen in ganz Afrika und der afrikanischen Diaspora. Ihn als Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu erklären, wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Gerechtigkeit und Heilung.“
Wenn die Resolution angenommen wird, könnte sie den Weg für Wiedergutmachungen, Bildungsinitiativen und andere Maßnahmen ebnen, um das bleibende Erbe des transatlantischen Sklavenhandels anzugehen. Befürworter des Antrags glauben, dass er eine starke Botschaft aussenden und dazu beitragen würde, dass sich solche Gräueltaten nie wieder ereignen.
Die Debatte über die Resolution wird sicherlich hitzig und emotional sein, da sich Nationen und Völker mit der schmerzhaften Geschichte des Sklavenhandels auseinandersetzen. Die Führungsrolle Ghanas in dieser Frage spiegelt jedoch einen wachsenden globalen Konsens darüber wider, dass sich die Welt diesem dunklen Kapitel stellen und auf Versöhnung und Heilung hinarbeiten muss.
Quelle: Al Jazeera


