Google stellt die CO2-Emissionen britischer Rechenzentren falsch dar

Google-Entwickler unterschätzen die CO2-Emissionen in den Plänen für KI-Rechenzentren in Essex um den Faktor fünf. Die Untersuchung des Guardian deckt erhebliche Fehler im Planungsdokument auf.
Eine umfassende Untersuchung des Guardian hat erhebliche Diskrepanzen bei der Berechnung und Meldung der CO2-Emissionen durch das Google-Entwicklungsteam aufgedeckt, die mit zwei geplanten Rechenzentren für künstliche Intelligenz verbunden sind, die an Standorten in ganz Essex geplant sind. Die Untersuchung ergab, dass die Emissionen in der offiziellen Planungsdokumentation um den Faktor fünf unterbewertet wurden, was ernsthafte Zweifel an der Genauigkeit der den örtlichen Behörden vorgelegten Umweltverträglichkeitsprüfungen aufwirft.
Googles ehrgeizige Expansionspläne umfassen den Bau von zwei riesigen KI-Rechenzentren im Vereinigten Königreich, wobei sich eine Anlage über beeindruckende 52 Hektar (entspricht 130 Acres) in Thurrock, Essex, erstreckt und ein zweiter Standort auf einem ehemaligen Flugplatzgelände in North Weald, ebenfalls in Essex, liegt. Bei diesen umfangreichen Projekten handelt es sich um bedeutende Infrastrukturinvestitionen, die darauf abzielen, die wachsenden Anforderungen des Unternehmens an künstliche Intelligenz und Rechenleistung in ganz Europa zu unterstützen. Im Rahmen des standardmäßigen Bauantragsverfahrens im Vereinigten Königreich sind Entwickler verpflichtet, detaillierte Umweltgutachten einzureichen, die den CO2-Fußabdruck dieser Anlagen quantifizieren und ihren Beitrag zum gesamten CO2-Fußabdruck des Landes berechnen.
Bei den in den Planungsunterlagen von Google festgestellten Abweichungen handelt es sich nicht um geringfügige Berechnungsfehler oder Rundungsfehler. Sie stellen vielmehr eine erhebliche Unterschätzung der Umweltauswirkungen dar, die diese Rechenzentren auf das CO2-Budget und die Klimaschutzziele des Vereinigten Königreichs haben werden. Die Untertreibung um den Faktor fünf bedeutet, dass die tatsächlichen Kohlenstoffemissionen dieser Anlagen fünfmal höher sein könnten als in den offiziellen Bauanträgen dokumentiert. Dieses Ausmaß des Fehlers ist besonders besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass sich das Vereinigte Königreich dazu verpflichtet hat, bis 2050 Netto-CO2-Emissionen von Null zu erreichen, und dass es im Rahmen des Climate Change Act rechtsverbindliche Klimaziele festgelegt hat.


