Golfstaaten sammeln Verbündete, um der iranischen Aggression entgegenzuwirken

Da die Golfstaaten zunehmenden Bedrohungen durch den Iran ausgesetzt sind, bitten sie ihre militärischen Verbündeten um Unterstützung. Experten analysieren die Möglichkeiten und Grenzen dieser Partnerschaften.
Golfstaaten im Nahen Osten verlassen sich laut Experten zunehmend auf ihre militärischen Verbündeten, um die Verteidigung gegen iranische Aggressionen zu stärken. Doch inwieweit diese Verbündeten sinnvolle Unterstützung leisten können, bleibt ungewiss.
Der Gulf Cooperation Council (GCC) – bestehend aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait, Oman und Bahrain – unterhält langjährige Beziehungen zu westlichen Mächten wie den USA, Vereinigten Königreich und Frankreich. Sie unterhalten auch Beziehungen zu Russland und China.
Diese Allianzen haben an Bedeutung gewonnen, da die Spannungen mit Iran in den letzten Jahren zugenommen haben und es zu einer Reihe von Angriffen auf Öl-Anlagen, Tanker und andere Infrastrukturen in der Golf-Region kam.
Laut Ellie Geranmayeh, einer leitenden politischen Mitarbeiterin beim European Council on Foreign Relations, erwarten die Golfstaaten angesichts der iranischen Bedrohung „größere Zusicherungen und Unterstützung“ von ihren Verbündeten.
„Sie wollen einen stärkeren Informationsaustausch, gemeinsame Militärübungen und möglicherweise den Einsatz von Raketenabwehrsystemen und anderer militärischer Ausrüstung“, sagte Geranmayeh.
Die USA beispielsweise verfügen über Tausende von Truppen, die in Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten stationiert sind, sowie über fortschrittliche Waffen und Luftverteidigungssysteme. Auch Großbritannien und Frankreich sind in der Region militärisch präsent.
Experten sagen jedoch, dass die Fähigkeit dieser Verbündeten, sinnvolle Unterstützung zu leisten, begrenzt ist. Vor allem die USA zögern, in einen weiteren Konflikt im Nahen Osten verwickelt zu werden, und europäische Militärs verfügen nur über begrenzte Möglichkeiten, ihre Macht im Golf auszuüben.
„Es besteht die Erkenntnis, dass sich die Golfstaaten nicht nur auf ihre westlichen Verbündeten verlassen können“, sagte Geranmayeh. „Sie suchen auch nach Russland und China, um ihre Beziehungen auszugleichen und alternative Unterstützungsquellen bereitzustellen.“
Aber die Beziehungen der Golfstaaten zu Russland und China sind komplizierter, und es bestehen Bedenken, inwieweit diese Mächte vertrauenswürdige Partner sein können.
Letztendlich befinden sich die Golfstaaten nach Ansicht von Experten in einer schwierigen Lage, da sie Unterstützung bei der Abwehr iranischer Bedrohungen benötigen und gleichzeitig ein empfindliches Gleichgewicht zwischen ihren verschiedenen internationalen Allianzen aufrechterhalten müssen.
Quelle: Al Jazeera


