Die Hongkonger Polizei ist nach dem Sicherheitsgesetz befugt, Passwörter zu verlangen

Die Polizei von Hongkong kann Verdächtige jetzt gemäß den neuen Änderungen des nationalen Sicherheitsgesetzes dazu zwingen, Passwörter für Mobiltelefone und Computer anzugeben. Bei Nichteinhaltung drohen bis zu drei Jahre Gefängnis.
Im Zuge einer erheblichen Eskalation des Vorgehens gegen die nationale Sicherheit in Hongkong wurden der örtlichen Polizei weitreichende neue Befugnisse übertragen, um Zugriff auf die persönlichen Geräte der Bewohner zu verlangen. Gemäß der kürzlich geänderten Gesetzgebung können Behörden nun Personen, die im Verdacht stehen, gegen das nationale Sicherheitsgesetz der Stadt verstoßen zu haben, dazu zwingen, Passwörter für ihre Mobiltelefone, Computer und andere digitale Geräte anzugeben.
Die Weigerung, diesen Anordnungen Folge zu leisten, kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis und hohen Geldstrafen geahndet werden. Darüber hinaus wird die wissentliche Angabe falscher Angaben mit einer noch härteren Strafe von bis zu drei Jahren Gefängnis geahndet. Die neuen Änderungen ermächtigen Zollbeamte außerdem, Gegenstände zu beschlagnahmen, bei denen angenommen wird, dass sie „aufrührerische Absichten“ haben, unabhängig davon, ob Festnahmen vorgenommen wurden.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Diese drastischen Maßnahmen sind die jüngsten in einer Reihe umstrittener Sicherheitsmaßnahmen der Regierung von Hongkong, die wegen ihres Vorgehens gegen demokratiefreundliche Aktivisten und Dissidenten einer intensiven weltweiten Prüfung ausgesetzt war. Kritiker argumentieren, dass die neuen Passwortforderungen die Datenschutzrechte und digitalen Freiheiten in dem einst halbautonomen Gebiet weiter verletzen.
Viele Einwohner befürchten nun, dass die Polizei diese Befugnisse nutzen wird, um eine flächendeckende digitale Überwachung durchzuführen und politische Gegner der von China unterstützten Regierung ins Visier zu nehmen. Menschenrechtsgruppen haben auch Bedenken geäußert, dass die Änderungen missbraucht werden könnten, um auf die private Kommunikation und Daten von Journalisten, Aktivisten und anderen gefährdeten Gruppen zuzugreifen.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Die Regierung von Hongkong hat die Änderungen verteidigt und behauptet, sie seien notwendig, um die nationale Sicherheit zu schützen und die Nutzung digitaler Geräte für Aktivitäten zu verhindern, die Chinas Souveränität gefährden könnten. Aktivisten und internationale Beobachter argumentieren jedoch, dass die Revisionen eine alarmierende Erosion der bürgerlichen Freiheiten im einst so dynamischen globalen Finanzzentrum darstellen.
Während Hongkong weiterhin mit den Folgen der Pro-Demokratie-Proteste 2019 und der Einführung des nationalen Sicherheitsgesetzes zu kämpfen hat, dürften diese jüngsten Sicherheitsmaßnahmen die Spannungen weiter verschärfen und die politische Kluft in der Stadt vertiefen. Angesichts der Androhung von Gefängnisstrafen und hohen Geldstrafen könnten sich viele Bewohner gezwungen fühlen, den Forderungen der Polizei nachzukommen, obwohl sie Bedenken hinsichtlich einer Verletzung ihrer digitalen Rechte und Freiheiten haben.
Quelle: The Guardian


