Repräsentantenhaus stimmt Gesetzesentwurf zum Schutz von 350.000 Haitianern vor der Abschiebung zu

Eine überparteiliche Gruppe im US-Repräsentantenhaus verabschiedet ein Gesetz zur Verlängerung des vorübergehenden Schutzstatus für Haitianer und widersetzt sich damit Trumps Massenabschiebungsplan.
Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten hat einen seltenen parteiübergreifenden Schritt unternommen und ein Gesetz verabschiedet, das 350.000 Haitianer für die nächsten drei Jahre vor Abschiebungen schützen würde. Dies stellt eine bemerkenswerte Zurechtweisung für Donald Trumps aggressive Massenabschiebungsagenda dar, die von einer kleinen Gruppe republikanischer Überläufer ermöglicht wurde.
Die Abstimmung ergab 224 zu 204, wobei elf republikanische Mitglieder sich allen Demokraten anschlossen und den von der New Yorker Demokratin Lauren Gillen vorgeschlagenen Gesetzentwurf verabschiedeten. Ziel des Gesetzes ist es, die Bezeichnung Temporary Protected Status (TPS) für Haitianer beizubehalten, die es ihnen ermöglicht, in den Vereinigten Staaten zu leben und zu arbeiten, ohne Angst vor Abschiebung haben zu müssen.

Das Das TPS-Programm wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um ausländischen Staatsangehörigen, die aufgrund bewaffneter Konflikte, Umweltkatastrophen oder anderer außergewöhnlicher Umstände nicht sicher in ihre Heimatländer zurückkehren können, einen vorübergehenden Zufluchtsort zu bieten. Im Fall von Haiti wurde die Bezeichnung erstmals 2010 nach einem verheerenden Erdbeben gewährt und seitdem wiederholt verlängert.
Die Trump-Regierung hatte versucht, TPS für mehrere Nationalitäten, darunter Haitianer, abzuschaffen, mit der Begründung, dass sich die ursprünglichen Bedingungen, die zu den Schutzmaßnahmen führten, verbessert hätten. Dieser Schritt stieß jedoch auf erheblichen Widerstand von Einwanderungsbefürwortern und einigen Gesetzgebern, die argumentierten, dass die Lage in diesen Ländern weiterhin prekär sei.
Die Verabschiedung dieses Gesetzentwurfs im Repräsentantenhaus stellt eine überparteiliche Zurechtweisung der harten Einwanderungspolitik der Trump-Regierung dar, die Massenabschiebungen und die Einschränkung der legalen Einwanderung in den Vordergrund gestellt hat. Während das Gesetz noch vom Senat verabschiedet und vom Präsidenten unterzeichnet werden muss, ist seine Zustimmung im Repräsentantenhaus ein starkes Signal für den wachsenden Widerstand gegen den Einwanderungsansatz der Regierung.
Befürworter des Gesetzentwurfs argumentieren, dass der vorübergehende Schutz für Haitianer von entscheidender Bedeutung ist, da der karibische Staat weiterhin mit einer Reihe von Herausforderungen zu kämpfen hat, darunter politische Instabilität, Naturkatastrophen und die anhaltenden Auswirkungen des Erdbebens 2010. Die Abschiebung dieser Personen, so sagen sie, würde die Schwierigkeiten, mit denen Haiti und seine Bevölkerung konfrontiert sind, nur verschärfen.
Die Abstimmung unterstreicht auch den überparteilichen Charakter der Opposition gegen einige der Einwanderungspolitiken der Trump-Regierung, wobei eine kleine, aber bedeutende Zahl von Republikanern aus ihren Reihen austritt, um die Maßnahme zu unterstützen. Diese parteiübergreifende Zusammenarbeit in der Frage der Abschiebungen von Haitianern könnte zukünftige Herausforderungen für die Regierung bedeuten, wenn sie ihre umfassendere Einwanderungsagenda verfolgen will.
Insgesamt stellt die Annahme dieses Gesetzentwurfs durch das Repräsentantenhaus eine bedeutende Entwicklung in der laufenden Debatte über die Einwanderungspolitik in den Vereinigten Staaten dar, mit dem Potenzial, dauerhafte Auswirkungen auf das Schicksal Hunderttausender im Land lebender Haitianer zu haben.
Quelle: The Guardian


