Wie eine 440.000-Dollar-Brustoperation eine Lücke im „No Surprises Act“ aufdeckte

Ein bahnbrechendes Gesetz, das Patienten vor überraschenden Arztrechnungen schützen sollte, schuf unbeabsichtigt eine lukrative Schlichtungsbranche, die Ärzten und Krankenhäusern zugute kam.
Als der Kongress im Jahr 2020 den No Surprises Act verabschiedete, stellten sich die Gesetzgeber eine einfache Lösung für eines der hartnäckigsten Probleme des Gesundheitswesens vor: Patienten, die unerwartet astronomische Rechnungen für medizinische Versorgung außerhalb des Netzes erhalten. Die Gesetzgebung sollte die Amerikaner vor den finanziellen Schäden schützen, die durch überraschende Arztrechnungen verursacht wurden, die immer häufiger und kostspieliger wurden. Was jedoch in den Jahren nach der Umsetzung des Gesetzes entstand, war etwas ganz anderes als seine ursprüngliche Absicht – ein ausgeklügeltes System, das unbeabsichtigt Milliarden von Dollar in die Taschen von Ärzten, Krankenhäusern und Schiedsrichtern geschleust hat und gleichzeitig Patienten einer neuen Form der finanziellen Ausbeutung aussetzt.
Im Mittelpunkt dieser unbeabsichtigten Konsequenz steht eine bemerkenswerte Fallstudie: eine Brustverkleinerung, die eine Patientin letztendlich 440.000 US-Dollar kostete. Dieser Fall zeigt beispielhaft, wie die im No Surprises Act verankerten Schlichtungsmechanismen von medizinischen Anbietern als Waffe eingesetzt wurden, um außerordentlich hohe Gebühren zu rechtfertigen, die weit über den marktüblichen Sätzen liegen. Anstatt die vom Gesetzgeber beabsichtigte Transparenz und Kostenkontrolle zu schaffen, sind die Schlichtungsbestimmungen des Gesetzes zu einem Instrument für Gesundheitssysteme geworden, um überhöhte Gebühren durch verbindliche rechtliche Verfahren zu fixieren, die Patienten oft erst verstehen, wenn sie die endgültige Rechnung erhalten.
Mit dem No Surprises Act wurde ein Streitbeilegungsverfahren eingeführt, mit dem Meinungsverschiedenheiten zwischen Versicherern und Anbietern außerhalb des Netzwerks beigelegt werden sollen. Wenn sich ein Versicherer und ein Gesundheitsdienstleister nicht auf einen fairen Preis für die erbrachten Leistungen einigen können, erlaubt das Gesetz jeder Partei, ein Schiedsverfahren zu beantragen. Ein unabhängiger Schiedsrichter prüft dann die Argumente beider Seiten und wählt einen der vorgeschlagenen Zahlungsbeträge aus – entweder das Angebot des Versicherers oder die Forderung des Anbieters. Dieser Mechanismus, bekannt als
Quelle: The New York Times

