Ungarns nächster Führer: Putin engagieren, um den Ukraine-Konflikt zu beenden

Der amtierende ungarische Premierminister sagte, er werde mit Putin über die Beendigung des Ukraine-Krieges sprechen und pragmatische Beziehungen zwischen den beiden Ländern anstreben.
Ungarns nächster Ministerpräsident, Péter Magyar, sagt, er würde zum Telefon greifen, wenn Wladimir Putin anruft und ihn auffordert, den Ukraine-Krieg zu beenden, auch wenn er versucht, pragmatische Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufrechtzuerhalten.
In einem Interview betonte Magyar, der nach einem Erdrutschsieg seiner Partei bei den Wahlen im April Ungarns neuer Staatschef werden will, dass er selbst keinen Anruf bei Putin einleiten werde. Sollte sich der russische Präsident jedoch melden, sagte Magyar, er werde die Bitte nicht ignorieren.
„Wenn Putin mich anruft, gehe ich zum Telefon“, sagte Magyar. „Ich werde ihm sagen, dass dieser Krieg enden muss, dass er seine Truppen aus der Ukraine abziehen muss. Aber ich werde ihn selbst nicht anrufen – das ist nicht mein Stil.“
Magyars Kommentare kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Ungarn, ein Mitglied sowohl der Europäischen Union als auch der NATO, versucht hat, einen heiklen Balanceakt zwischen dem Westen und Russland aufrechtzuerhalten. Während Budapest sich den EU-Sanktionen gegen Moskau angeschlossen hat, hat es sich auch Forderungen nach härteren Maßnahmen widersetzt und sich geweigert, der Ukraine militärische Hilfe zu leisten.
Magyars Ansatz stellt eine Fortsetzung der Politik des scheidenden Premierministers Viktor Orbán dar, der seit langem wegen seiner engen Beziehungen zu Putin und seiner Zurückhaltung, Russlands Vorgehen in der Ukraine zu verurteilen, kritisiert wird.
Dennoch besteht Magyar darauf, dass er Putin nicht verpflichtet sei und dass er eine pragmatische Außenpolitik verfolgen werde, die den nationalen Interessen Ungarns diene. Er argumentiert, dass die Aufrechterhaltung eines gewissen Maßes an Engagement mit Russland notwendig sei, um die Energiesicherheit und wirtschaftliche Stabilität des Landes zu gewährleisten.
„Wir müssen realistisch sein“, sagte Magyar. „Russland ist unser Nachbar, und wir müssen uns mit ihnen auseinandersetzen. Das heißt aber nicht, dass wir ihre Marionetten sein müssen oder dass wir nicht für unsere eigenen Interessen eintreten können.“
Magyars Äußerungen haben bei einigen in der EU und NATO Kritik hervorgerufen, die argumentieren, dass Ungarn eine stärkere Haltung gegenüber Russland einnehmen sollte. Der neue Staatschef behauptet jedoch, dass sein Ansatz der beste Weg sei, sich in der komplexen geopolitischen Landschaft zurechtzufinden und die nationalen Interessen Ungarns zu schützen.
Während er sich auf seinen Amtsantritt vorbereitet, steht Péter Magyar vor einem heiklen Balanceakt: Er versucht, pragmatische Beziehungen zu Russland aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Ungarns Verpflichtungen gegenüber der EU und der NATO aufrechtzuerhalten. Seine Bereitschaft, mit Putin im Ukraine-Konflikt zusammenzuarbeiten, wird von Ungarns Verbündeten und Gegnern gleichermaßen genau beobachtet werden.
Quelle: BBC News


