Indiens oberstes Gericht erlaubt die Entfernung lebenserhaltender Maßnahmen für Menschen im vegetativen Zustand

Der Oberste Gerichtshof Indiens hat entschieden, die Entfernung der lebenserhaltenden Maßnahmen für Harish Rana zuzulassen, der sich seit einem Unfall im Jahr 2013 im Wachkoma befindet.
Indiens Oberster Gerichtshof hat ein wegweisendes Urteil erlassen, das den Entzug lebenserhaltender Maßnahmen für einen Mann erlaubt, der sich seit fast einem Jahrzehnt im Wachkoma befindet. Der Fall von Harish Rana hat eine landesweite Debatte über das Recht auf Sterben und die ethischen Dilemmata im Zusammenhang mit der Sterbebegleitung entfacht.
Rana, 37, stürzte 2013 von einem Balkon und erlitt schwere Kopfverletzungen, die ihn in einem anhaltenden Wachkomazustand zurückließen und nicht in der Lage waren, mit seiner Umgebung zu kommunizieren oder auf sie zu reagieren. Seit neun Jahren führt seine Familie einen Rechtsstreit um die Abschaltung seiner lebenserhaltenden Systeme und argumentiert, dass es unmenschlich und eine Verletzung seines Rechts auf ein würdevolles Sterben sei, ihn gegen seinen Willen am Leben zu halten.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Das Urteil des Obersten Gerichtshofs stellt eine deutliche Abkehr von Indiens früherer Haltung zur Sterbehilfe dar, die streng verboten war. In einer wegweisenden Entscheidung aus dem Jahr 2018 hatte das Gericht das Recht auf passive Sterbehilfe anerkannt und erlaubte unter bestimmten Umständen den Entzug lebenserhaltender Maßnahmen für unheilbar kranke Patienten. Der Fall Rana stellte jedoch eine zusätzliche Komplexität dar, da er nicht unheilbar krank war, sondern sich seit fast einem Jahrzehnt im Wachkoma befand.
In seinem Urteil erkannte das Gericht das Argument der Familie an, dass Ranas Lebensqualität irreparabel beeinträchtigt worden sei und dass es eine Verletzung seiner Grundrechte sei, ihn gegen seinen Willen am Leben zu halten. Die Richter betonten die Notwendigkeit, die Heiligkeit des Lebens mit dem Recht des Einzelnen auf einen würdigen Tod in Einklang zu bringen, ein heikles Gleichgewicht, das weltweit Gegenstand zahlreicher ethischer und rechtlicher Debatten war.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Quelle: BBC News


