Indigener Schauspieler verklagt James Cameron wegen Avatar-Charakters

Q'orianka Kilcher behauptet, die Regisseurin habe ihre Gesichtszüge ohne Erlaubnis verwendet, um die Neytiri-Figur im Avatar-Franchise zu erschaffen.
James Cameron und die Walt Disney Company stehen nun vor einer erheblichen rechtlichen Prüfung, nachdem eine Klage die kreativen Ursprünge einer der berühmtesten Figuren des Kinos in Frage gestellt hat. In der von der indigenen Schauspielerin Q'orianka Kilcher eingereichten Klage wird die kühne Behauptung aufgestellt, dass der gefeierte Regisseur eine zentrale Figur in der Avatar-Reihe auf ihr Abbild gestützt habe, ohne die entsprechende Zustimmung oder Erlaubnis einzuholen. Diese rechtliche Maßnahme wirft wichtige Fragen zur kreativen Zuordnung, den Rechten des geistigen Eigentums und der Verantwortung von Filmemachern auf, wenn sie sich von realen Personen inspirieren lassen, insbesondere von solchen aus marginalisierten Gemeinschaften.
Den Klageunterlagen zufolge behauptet Kilcher, dass Cameron ihre Gesichtszüge extrahiert und anschließend sein Designteam angewiesen habe, die Figur von Neytiri direkt nach ihrem Aussehen zu modellieren. In der Klage wird behauptet, Cameron sei auf die junge Schauspielerin aufmerksam geworden, nachdem sie ihr Foto in einer Werbeanzeige der LA Times für Terrence Malicks gefeierten Film „The New World“ aus dem Jahr 2005 gesehen hatte, in dem Kilcher eine bemerkenswerte Leistung als Pocahontas lieferte. Der Film zeigte eine beeindruckende Ensemblebesetzung, zu der prominente Schauspieler wie Colin Farrell und Christian Bale gehörten, und markierte einen wichtigen frühen Meilenstein in Kilchers Karriere als Darsteller einheimischer Abstammung, der in Mainstream-Hollywood-Produktionen arbeitete.
Kilchers Behauptung konzentriert sich auf die Behauptung, dass Camerons Designprozess eine bewusste Nachbildung ihrer charakteristischen Gesichtsmerkmale beinhaltete, um die Na'vi-Figur zum Leben zu erwecken. Die Klage legt nahe, dass Camerons Team Kilchers Aussehen als Vorlage für die visuelle Entwicklung von Neytiri nutzte, anstatt ein völlig originelles Charakterdesign zu erstellen, einer der wichtigsten und visuell einprägsamsten Figuren im Avatar-Universum. Diese Behauptung hat erhebliche Auswirkungen darauf, wie Kreativteams an die Charaktergestaltung in großen Filmproduktionen herangehen und ob eine angemessene Namensnennung und Vergütung erfolgen sollte, wenn reale Personen als Grundlage für fiktive Charaktere dienen.
Quelle: The Guardian


