Indigene Familien fliehen vor der Gewaltkrise in Mexiko

Angriffe von Drogenbanden im Bundesstaat Guerrero zwingen Hunderte indigene Familien zur Räumung ihrer Häuser. In Zentralmexiko eskalieren Drohnenangriffe und kriminelle Gewalt.
Die Bergregionen des Bundesstaates Guerrero in Zentralmexiko erleben eine beispiellose humanitäre Krise, da indigene Gemeinschaften unerbittlichen Angriffen organisierter krimineller Gruppen ausgesetzt sind. Berichten des National Indigenous Congress zufolge hat eine mächtige Drogenbande systematisch indigene Dörfer ins Visier genommen und 800 bis 1.000 Familien – möglicherweise Tausende von Einzelpersonen – gezwungen, ihre angestammten Häuser zu verlassen und in benachbarten Städten Zuflucht zu suchen.
Die eskalierende Gewalt stellt eine dramatische Veränderung der Sicherheitslage in der Region dar. Eine kriminelle Organisation namens Los Ardillos ist seit mehreren Jahren im Bundesstaat Guerrero präsent, doch die Intensität und Raffinesse ihrer Angriffe hat in den letzten Wochen dramatisch zugenommen. Berichten zufolge umfasst das Arsenal der Gruppe inzwischen auch Drohnenbomben, einen relativ fortschrittlichen taktischen Ansatz, der die Entwicklung krimineller Gewalt in Mexiko unterstreicht. Menschenrechtsorganisationen und lokale Behörden haben ihre große Besorgnis über die wachsenden Möglichkeiten dieser kriminellen Netzwerke zum Ausdruck gebracht.
Nach Angaben des National Indigenous Congress ereignete sich der schwerste Angriff am Samstag, als Dörfer in der Region einem außergewöhnlichen achtstündigen Bombardement ausgesetzt waren. Der anhaltende Angriff zwang ganze Gemeinden zur raschen Evakuierung und ließ Häuser, Vieh, landwirtschaftliche Flächen und andere Besitztümer zurück. Familien mit Kindern, ältere Mitglieder und gefährdete Personen waren gezwungen, gefährliche Reisen auf sich zu nehmen, um in andere Gemeinden in Sicherheit zu gelangen. Die psychologische Belastung dieser indigenen Bevölkerungsgruppen war tiefgreifend und viele beschrieben die Erfahrung als traumatisch und lebensverändernd.


