Iran feiert „Trump-Burning“ inmitten einer narrativen Schlacht

Iranische Staatsmedien ermutigen dazu, das Feuerfest in einen symbolischen Protest zu verwandeln, indem sie Figuren von Trump und Netanyahu verbrennen. Erfahren Sie mehr über diesen politischen Kampf der Narrative.
Während Irans jährliches Feuerfest namens Chaharshanbe Suri näher rückt, fordern die staatlichen Medien des Landes, die Veranstaltung in einen symbolischen Protest gegen die Vereinigten Staaten und Israel umzuwandeln. Bei dem Fest, das am letzten Mittwoch vor dem persischen Neujahr gefeiert wird, wird traditionell über Feuer gesprungen und ein Feuerwerk gezündet.
In diesem Jahr fordern iranische Beamte die Bürger dazu auf, Bildnisse von US-Amerikanern zu verbrennen. Präsident Donald Trump und der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu im Rahmen der Feierlichkeiten. Der staatliche Rundfunksender der Islamischen Republik Iran (IRIB) erklärte, die Veranstaltung solle zu einer „Trump-Verbrennung“-Gedenkfeier werden.
Der Aufruf zum Handeln ist der jüngste Schritt in einem anhaltenden Kampf der Narrative zwischen dem Iran und dem Westen. Die iranischen Behörden versuchen, das beliebte Feuerfest als Plattform zu nutzen, um antiamerikanische Stimmungen zu schüren und ein Bild des Trotzes gegenüber ausländischen Gegnern zu vermitteln.
„Der Feind versucht, diese nationale Feier in den Schatten zu stellen“, sagte Hamidreza Taraghi, ein konservativer politischer Analyst in Teheran. „Wir sollten diese Gelegenheit nutzen, um unsere Einheit und unseren Widerstand gegenüber den USA und Israel zu zeigen.“
Das Feuerfest geht auf die Zeit vor dem Islam zurück und ist ein Überbleibsel der alten zoroastrischen Traditionen in Persien. In den letzten Jahren haben die Behörden versucht, die heidnischen Wurzeln des Ereignisses herunterzuspielen und es als Ausdruck des iranischen Nationalismus umzudeuten.
Die Versuche der Regierung, das Festival zu vereinnahmen, stießen jedoch auf den Widerstand einiger Iraner, die die offizielle Politisierung als unwillkommenen Eingriff in eine geschätzte kulturelle Tradition betrachten. Die Behörden gingen zeitweise hart gegen unerlaubte Feiern vor, was zu Zusammenstößen mit der Polizei und Festnahmen von Teilnehmern
führteDas Kampf um das Feuerfest unterstreicht die Bemühungen des iranischen Regimes, die Erzählung zu kontrollieren und ein Bild der Einheit und Widerstandsfähigkeit angesichts des externen Drucks seitens der USA und ihrer Verbündeten zu vermitteln. Während das Land mit wirtschaftlichen Herausforderungen und politischen Unruhen im Inland zu kämpfen hat, versucht die Regierung, die öffentliche Stimmung durch patriotische Zurschaustellungen und antiwestliche Rhetorik zu kanalisieren.
Ob die Öffentlichkeit den offiziellen Aufruf zur Verbrennung von Trump- und Netanyahu-Bildnissen annehmen wird, bleibt abzuwarten. Aber der Versuch, eine kulturelle Tradition in ein politisches Statement umzuwandeln, zeugt vom anhaltenden Kampf der iranischen Regierung, ihre Beziehungen zur Außenwelt und zu ihren eigenen Bürgern zu regeln.
Quelle: Al Jazeera


