Schulen im Iran geschlossen: Krieg unterbricht landesweit den Unterricht

Iran schließt Schulen inmitten von Konflikten und verlagert sich auf Fernsehen und Intranet-basiertes Lernen. Viele Schüler ohne Geräte haben mit Bildungslücken zu kämpfen.
Das iranische Bildungssystem hat einen dramatischen Wandel durchgemacht, da anhaltende regionale Spannungen die Schließung von Schulen im ganzen Land erzwungen haben. Der beispiellose Shutdown hat das Leben von Millionen von Studenten durcheinander gebracht und die Art und Weise, wie Lernen im Land vermittelt wird, grundlegend verändert. Anstatt die Bildung ganz aufzugeben, sind die iranischen Behörden auf alternative Lehrmethoden umgestiegen, obwohl diese neuen Ansätze zu erheblichen Herausforderungen und Ungleichheiten unter den Studenten geführt haben.
Da der traditionelle Unterricht im Klassenzimmer auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wurde, hat die iranische Regierung einen Notfall-Bildungsrahmen eingeführt, der sich auf fernsehbasierte Lernprogramme und den Zugriff über das nationale Intranetsystem konzentriert. Diese Maßnahmen stellen einen Versuch dar, die Bildungskontinuität in einer außergewöhnlich volatilen Zeit aufrechtzuerhalten. Staatliche Fernsehsender übertragen jetzt geplante Unterrichtsstunden zu verschiedenen Themen und Klassenstufen, sodass Schüler, die Zugang zu Fernsehern haben, ihr Lernen von zu Hause aus fortsetzen können.
Das nationale Intranet, ein vom globalen Internet getrenntes, eingeschränktes Netzwerk, dient als zusätzliche Plattform für Bildungsinhalte. Dieses im Inland kontrollierte System stellt ergänzende Materialien und Kursarbeiten bereit, auf die Studierende über zugelassene Geräte und Verbindungen zugreifen können. Der Dual-Plattform-Ansatz spiegelt die Bemühungen der Regierung wider, trotz der allgemeinen Instabilität, von der das Land betroffen ist, Lernmöglichkeiten zu gewährleisten.
Die Umstellung auf Fern- und Rundfunkunterricht hat jedoch tiefgreifende digitale Ungleichheiten innerhalb der iranischen Gesellschaft offengelegt. Einem erheblichen Teil der Studierendenschaft fehlt der Zugang zu der notwendigen Technologie, die für die uneingeschränkte Teilnahme am Fernunterricht erforderlich ist. Viele Familien können sich Laptops, Tablets oder Smartphones nicht leisten und zwingen ihre Kinder dazu, sich für Bildungsinhalte ausschließlich auf Fernsehübertragungen zu verlassen. Diese technologische Barriere hat ein zweistufiges Bildungssystem geschaffen, in dem der sozioökonomische Status direkt die Bildungschancen bestimmt.
Studenten ohne persönliche Computergeräte haben erhebliche Nachteile beim Zugriff auf interaktive Inhalte, beim Einreichen von Aufgaben und bei der Bearbeitung digitaler Kursarbeiten. Die digitale Kluft im Iran ist während dieser Krise immer deutlicher geworden, wobei ländliche und wirtschaftlich benachteiligte Gebiete die gravierendsten Bildungsstörungen erlebten. Familien in städtischen Zentren mit größeren Ressourcen können Smartphones und Computer nutzen, um den Fernsehunterricht zu ergänzen, während weniger privilegierte Schüler auf passives Lernen über Rundfunkkanäle beschränkt sind.
Der breitere Kontext der Internetsituation im Iran verschärft diese Bildungsherausforderungen erheblich. Das Land erlebt zunehmende Internetbeschränkungen und Konnektivitätseinschränkungen, die es effektiv vom globalen Internet isoliert haben. Diese Beschränkungen wurden im Rahmen einer umfassenderen Regierungspolitik umgesetzt, die darauf abzielte, den Informationsfluss zu kontrollieren und die soziale Stabilität während des Konflikts aufrechtzuerhalten. Das Ergebnis ist, dass selbst Studierende mit Geräten nicht auf viele internationale Bildungsressourcen, akademische Datenbanken oder Online-Lernplattformen zugreifen können, die in anderen Teilen der Welt häufig verwendet werden.
Internetunterbrechungen haben im Iran eine lange Geschichte; frühere Vorfälle ereigneten sich bei bedeutenden politischen Ereignissen und sozialen Unruhen. Die aktuelle Bildungskrise findet vor dem Hintergrund eines bereits eingeschränkten digitalen Umfelds statt, in dem der Zugang zu internationalen Websites und Diensten stark kontrolliert wird. Dieser eingeschränkte Internetzugang bedeutet, dass iranische Studenten von vielen wertvollen Lehrmitteln und Ressourcen abgeschnitten sind, die Studierende in anderen Ländern als selbstverständlich ansehen, darunter globale akademische Repositorien, Online-Nachhilfeplattformen und auf internationalen Websites gehostete Lehrvideos.
Lehrer stehen vor ganz eigenen Herausforderungen, wenn sie sich daran gewöhnen, Unterricht über unkonventionelle Kanäle zu erteilen. Pädagogen müssen Lehrpläne und Lehrmethoden neu gestalten, um den Einschränkungen der Fernsehübertragung und den begrenzten interaktiven Möglichkeiten gerecht zu werden. Die Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung wurden eingeschränkt, und vielen Lehrkräften mangelt es an einer Ausbildung in den Methoden des Fernunterrichts. Die pädagogischen Auswirkungen dieses Wandels sind erheblich, da herkömmliche interaktive Lehrmethoden in einer reinen Rundfunkumgebung nicht mehr umsetzbar sind.
Eltern und Pädagogen haben große Bedenken hinsichtlich der Qualität und Wirksamkeit der Bildung geäußert, die mit diesen alternativen Mitteln vermittelt wird. Der fernsehbasierte Unterricht eliminiert die Möglichkeit einer Echtzeit-Interaktion zwischen Lehrern und Schülern und verringert so die Möglichkeiten zur Klärung und individuellen Lernunterstützung. Studierende, die nicht in der Lage sind, Fragen zu stellen oder individuelles Feedback zu erhalten, haben möglicherweise Schwierigkeiten beim Verständnis des Fachs und fallen in ihrem Studium noch weiter zurück. Der Mangel an praktischen Lernerfahrungen und praktischen Demonstrationen, die für den Präsenzunterricht typisch sind, stellt einen erheblichen Bildungsverlust dar.
Die Schließung von Schulen geht über akademische Belange hinaus und berührt grundlegende Aspekte der kindlichen Entwicklung und des sozialen Wohlbefindens. Schulen dienen nicht nur als Bildungseinrichtungen, sondern auch als sichere Räume, in denen Kinder soziale Fähigkeiten entwickeln, Freundschaften schließen und Zugang zu wichtigen Unterstützungsdiensten erhalten. Viele Schüler sind auf von der Schule bereitgestellte Mahlzeiten und Gesundheitsdienstleistungen angewiesen, die aufgrund der Schließungen nicht mehr verfügbar sind. Die psychologischen Auswirkungen längerer Isolation und Bildungsunterbrechungen auf junge Menschen sind nach wie vor ein großes Problem für Befürworter des Kindeswohls.
Bildungsverwalter und Regierungsbeamte haben darauf hingewiesen, dass Schulen aufgrund der aktuellen Sicherheitsbedingungen auf absehbare Zeit geschlossen bleiben werden. Der Zeitplan für die Wiedereröffnung bleibt ungewiss, was bei Familien und Pädagogen die Besorgnis über die langfristigen Folgen für die Leistung und Entwicklung der Schüler verstärkt. Einige Schätzungen deuten darauf hin, dass monatelange oder möglicherweise jahrelange Bildungsunterbrechungen nachhaltige Auswirkungen auf eine ganze Generation iranischer Studenten haben könnten. Die verschärften Auswirkungen von verpasstem Unterricht, sozialer Isolation und verminderter Lernqualität stellen ernsthafte Herausforderungen für die Bildungszukunft des Landes dar.
Internationale Beobachter und Bildungsorganisationen haben wegen der humanitären Auswirkungen der Schulschließungen und des eingeschränkten Zugangs zu Bildung im Iran Alarm geschlagen. Die Situation verdeutlicht, wie sich Konflikte und Instabilität unverhältnismäßig stark auf gefährdete Bevölkerungsgruppen auswirken, insbesondere auf Kinder aus benachteiligten Verhältnissen. Ohne Intervention und Unterstützung könnten die durch diese Krise entstandenen Bildungs- und Entwicklungslücken bestehende Ungleichheiten verstärken und Folgen haben, die weit über die Konfliktperiode hinausgehen.
Der derzeit bestehende alternative Bildungsrahmen ist zwar gut gemeint, reicht aber nach wie vor nicht aus, um allen iranischen Schülern gleiche Lernmöglichkeiten zu bieten. Die Kombination aus Schulschließungen, technologischen Barrieren, Interneteinschränkungen und reinem Rundfunkunterricht führt zu einem wahren Sturm an Bildungsstörungen. Die politischen Entscheidungsträger stehen vor der schwierigen Herausforderung, ein gewisses Maß an Bildungskontinuität aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die schwerwiegenden Einschränkungen des aktuellen Systems anzuerkennen. Je weiter der Konflikt andauert, desto deutlicher wird der dringende Bedarf an umfassenden Lösungen, die sowohl unmittelbare Bildungsbedürfnisse als auch langfristige Entwicklungsfolgen berücksichtigen.
Die Situation im Iran unterstreicht die Anfälligkeit der Bildungssysteme gegenüber externen Krisen und die entscheidende Bedeutung eines gleichberechtigten Zugangs zu Technologie und Ressourcen. Für die Zukunft werden nachhaltige Lösungen benötigt, um sicherzustellen, dass alle Schüler, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund, während und nach dieser Zeit der Instabilität Zugang zu hochwertiger Bildung haben. Die internationale Gemeinschaft beobachtet weiterhin die Entwicklungen und prüft, wie iranische Pädagogen und Studenten in dieser beispiellosen Krise am besten unterstützt werden können.
Quelle: Deutsche Welle


