Zerfällt der fragile Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran bereits?

Experten äußern sich zum dürftigen Zustand des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran und zur Frage, ob eine Rückkehr zum Krieg vermieden werden kann, wenn die Atomgespräche scheitern.
Der vorläufige Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, der nach der Ermordung von Qassem Soleimani im Jahr 2020 geschlossen wurde, scheint auf wackeligen Beinen zu stehen. Trotz laufender Verhandlungen zur Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015, bekannt als Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), bleibt die Zukunft des fragilen Waffenstillstands ungewiss. Analysten sind sich uneinig darüber, ob ein diplomatischer Durchbruch erzielt werden kann oder ob die beiden Länder erneut auf eine gefährliche militärische Konfrontation zusteuern.
In den Monaten seit der Waffenruhe führten beide Seiten weiterhin provokative Aktionen durch, bei denen das Risiko besteht, die Spannungen wieder anzuheizen. Der Iran hat wiederholt ballistische Raketen getestet und Drohnenangriffe gegen US-Streitkräfte in der Region durchgeführt, während die USA in Syrien Luftangriffe gegen vom Iran unterstützte Milizen durchgeführt haben. Gleichzeitig sind die Atomverhandlungen ins Stocken geraten, und keine Seite war bereit, die für die Wiederherstellung des JCPOA notwendigen Zugeständnisse zu machen.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Dennoch glauben einige Experten, dass selbst wenn die Gespräche nicht zu einer Einigung führen, eine Rückkehr zu einem umfassenden Krieg möglicherweise noch abgewendet werden kann. „Beide Seiten haben einen starken Anreiz, eine direkte militärische Konfrontation zu vermeiden“, sagt Trita Parsi, geschäftsführende Vizepräsidentin des Quincy Institute for Responsible Statecraft. „Der Iran weiß, dass er einen Krieg gegen die USA nicht gewinnen kann, und die USA fürchten, in einen weiteren kostspieligen und unpopulären Konflikt im Nahen Osten verwickelt zu werden.“
Andere sind jedoch pessimistischer. „Der Waffenstillstand hängt am seidenen Faden“, warnt Behnam Ben Taleblu, Senior Fellow der Foundation for Defense of Democracies. „Wenn die Atomgespräche scheitern und die USA den Druck auf Iran weiter erhöhen, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Fehleinschätzung oder einer unbeabsichtigten Eskalation erheblich.“
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Letztendlich könnte das Schicksal des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran vom Ergebnis der Atomverhandlungen abhängen. Wenn eine Einigung erzielt werden kann, die beide Seiten zufriedenstellt, könnte dies den Weg für eine dauerhaftere Deeskalation der Spannungen ebnen. Sollten die Gespräche jedoch scheitern, wird das Risiko eines erneuten Zyklus von Vergeltungsmaßnahmen und Gegenangriffen groß sein und die beiden Länder möglicherweise zurück in den Abgrund des Krieges ziehen.
Während die Welt mit angehaltenem Atem zuschaut, wird das empfindliche Gleichgewicht zwischen Diplomatie und Risikobereitschaft weiterhin die prekäre Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bestimmen.
Quelle: Al Jazeera


