JD Vance reist nach Ungarn, um Unterstützung für Orbans Wiederwahl zu sammeln

Der Besuch des obersten Beraters des US-Vizepräsidenten ist der jüngste Beweis dafür, dass das Weiße Haus den Versuch des ungarischen Führers, die Macht zu behalten, unterstützt.
JD Vance, ein Top-Berater des US-Vizepräsidenten, wird nach Ungarn reisen, um seine Unterstützung für den Wiederwahlkampf von Premierminister Viktor Orban zu demonstrieren. Vances Besuch markiert den jüngsten Versuch des Weißen Hauses, Orban zu unterstützen, der wegen seiner autoritären Tendenzen und der Aushöhlung demokratischer Normen zunehmender Kritik ausgesetzt ist.
Orban, der Ungarn seit 2010 mit eiserner Faust regiert, strebt bei den für den 3. April geplanten Wahlen seine vierte Amtszeit in Folge an. Die Entscheidung der US-Regierung, Vance, einen engen Verbündeten des Vizepräsidenten, zu entsenden, wird als klares Zeichen dafür gewertet, dass sie den ungarischen Führer trotz internationaler Besorgnis über seine Bilanz in Bezug auf Menschenrechte und Pressefreiheit weiterhin unterstützt.
Der Schritt erfolgt, da die Biden-Regierung darum kämpft, eine konsequente und kohärente Politik gegenüber Mittel- und Osteuropa aufrechtzuerhalten, wo in den letzten Jahren autoritäre Tendenzen zugenommen haben. Polen, ein weiterer wichtiger Verbündeter der USA in der Region, wurde ebenfalls wegen seines eigenen demokratischen Rückfalls unter der regierenden Partei „Recht und Gerechtigkeit“ kritisiert
Vances Besuch dürfte als kontroverse und potenziell spaltende Geste aufgefasst werden, insbesondere von jenen, die Orbans Vorgehen kritisiert haben. Menschenrechtsgruppen und Befürworter der Demokratie werfen dem ungarischen Staatschef seit langem vor, demokratische Institutionen zu untergraben, die Pressefreiheit einzuschränken und die Macht in den Händen seiner regierenden Fidesz-Partei zu festigen.
Trotz dieser Bedenken hat die Biden-Regierung weiterhin mit Orban zusammengearbeitet und die strategische Bedeutung der Aufrechterhaltung einer positiven Beziehung zu Ungarn erkannt, das sowohl Mitglied der NATO als auch der Europäischen Union ist. Die Entscheidung, Vance nach Budapest zu schicken, ist wahrscheinlich ein Versuch, diese konkurrierenden Prioritäten auszugleichen und ein gewisses Maß an Einfluss auf den ungarischen Führer aufrechtzuerhalten.
Allerdings wird dieser Schritt wahrscheinlich als eine weitere Erosion des Engagements der USA zur Förderung demokratischer Werte und Menschenrechte auf der globalen Bühne angesehen, insbesondere in einer Region, in der autoritäre Tendenzen zunehmen. Während die Welt die sich entwickelnde Situation in der Ukraine beobachtet, werden der Ansatz der Biden-Regierung gegenüber Ungarn und seine Führung genau unter die Lupe genommen.
Quelle: BBC News


