K-Pop-Trend heizt Stadionbau-Boom in Südkorea an

Während die Popularität koreanischer Popmusik weltweit explodiert, hat Südkorea Schwierigkeiten, genügend Stadien zu bauen, um die riesige Menge an Fans unterzubringen, die ihre Lieblings-K-Pop-Stars live sehen möchten.
Südkoreas boomende K-Pop-Industrie hat einen Bauboom entfacht, da das Land mit dem Bau riesiger Stadien strebt, in denen die Legionen von Fans Platz finden, die ihre Lieblingssänger und -gruppen live erleben wollen. K-Pop-Acts wie BTS, Blackpink und Twice erreichen inzwischen Hunderttausende Zuschauer und sprengen die Grenzen der bestehenden Konzertsäle Südkoreas.
In den letzten Jahren hat die Regierung Milliarden von Dollar in den Bau neuer, hochmoderner Stadien investiert, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Das 2019 eröffnete Goyang-Stadion bietet Platz für bis zu 40.000 Menschen und hat sich zu einem Zentrum für große K-Pop-Tourneen entwickelt. Das 2021 fertiggestellte Gijang-gun-Stadion in Busan hat eine Kapazität von 30.000 Zuschauern und wurde speziell für K-Pop-Konzerte konzipiert.
Selbst mit diesen neuen Einrichtungen sind die Shows von K-Pop-Acts regelmäßig schneller ausverkauft, als Stadien gebaut werden können. BTS, die siebenköpfige Boyband mit den höchsten Charts, ist zum Haupttreiber des Stadionbaubooms geworden und bricht mit ihrer weltweiten Stadiontournee im Jahr 2022 Besucherrekorde.
„Das Ausmaß der K-Pop-Fandoms ist einfach beispiellos“, sagte CedarBough Saeji, Professor für Koreanistik und Ostasienwissenschaften an der University of Indiana. „Das sind nicht nur Gelegenheitshörer, sondern engagierte Fans, die bereit sind, weite Strecken zu reisen und viel Geld auszugeben, um ihre Lieblingskünstler live auftreten zu sehen.“
Die steigende Popularität von K-Pop hat auch eine lukrative neue Einnahmequelle für Südkorea geschaffen, das sich als globales Zentrum des Genres positioniert hat. Konzertkarten, der Verkauf von Merchandise-Artikeln und der damit verbundene Tourismus sind zu wichtigen Wirtschaftsfaktoren für das Land geworden. Das rasante Tempo des Stadionbaus hat jedoch auch Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit und der Möglichkeit einer Überbauung geweckt.
„Es besteht definitiv die Gefahr einer Übersättigung, insbesondere wenn die K-Pop-Blase platzen würde“, sagte Saeji. „Aber im Moment zeigt die Nachfrage keine Anzeichen einer Verlangsamung, und Südkorea tut sein Bestes, um mitzuhalten.“
Quelle: The New York Times

