Kosovo-Veteran denkt über Unabhängigkeitskampf nach: „Freiheit hat ihren Preis“

Der ehemalige UCK-Kämpfer Gezim Haxhimusa teilt seine Sicht auf den Weg des Kosovo in die Unabhängigkeit und die anhaltenden Herausforderungen, denen sein Land gegenübersteht, darunter ein Kriegsverbrecherprozess in Den Haag.
Gezim Haxhimusa, ein Veteran der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK), hat eine komplexe Sicht auf den Weg seines Landes in die Unabhängigkeit. Diesen Monat feierte er den Unabhängigkeitstag des Kosovo, indem er gegen einen Prozess in Den Haag protestierte, wo vier ehemalige UCK-Führer wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden.
Für Haxhimusa war der Kampf um die Freiheit ein notwendiger, wenn auch schmerzhafter Prozess. „Das Leben im Kosovo ist hart, aber wir sind frei“, sagt er und denkt über die Opfer und Herausforderungen nach, mit denen sein Land konfrontiert war. „Der Weg in die Unabhängigkeit war lang und schwierig, aber er hat sich gelohnt.“
Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Jahr 2008 erfolgte nach jahrelangen Konflikten mit Serbien, das die Region als Provinz regiert hatte. Die UCK, eine in den 1990er Jahren gegründete Guerillatruppe, spielte eine zentrale Rolle im Kampf um Selbstbestimmung und lieferte sich bewaffnete Auseinandersetzungen mit serbischen Sicherheitskräften.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Während die Taktik der UCK umstritten war und zu Vorwürfen wegen Kriegsverbrechen führte, betrachten Haxhimusa und viele Kosovaren die Organisation als Helden, die ihr Land von der serbischen Unterdrückung befreit haben. „Wir haben getan, was wir tun mussten, um unser Volk und unser Heimatland zu schützen“, sagt er. „Die Welt versteht es vielleicht nicht, aber wir kennen die Wahrheit.“
Der laufende Prozess in Den Haag ist eine schmerzhafte Erinnerung an die Komplexität und Folgen des Kosovo-Konflikts. Vier ehemaligen UCK-Kommandeuren – Salih Mustafa, Hysni Gucati, Nasim Haradinaj und Jetmir Hulaj – werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, darunter Folter und Misshandlung von Gefangenen.
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Für Haxhimusa ist der Prozess ein Verrat am Kampf der UCK. „Wir haben für die Freiheit gekämpft und nicht dafür, als Kriegsverbrecher abgestempelt zu werden“, sagt er. „Die internationale Gemeinschaft sollte uns unterstützen und unsere Führer nicht vor Gericht stellen.“
Trotz der anhaltenden Herausforderungen bleibt Haxhimusa stolz auf die Unabhängigkeit des Kosovo und die Opfer, die dafür gebracht wurden. „Wir haben vielleicht nicht alles, was wir wollen, aber wir haben unsere Freiheit“, sagt er. „Dafür lohnt es sich zu kämpfen, unabhängig von den Kosten.“
{{IMAGE_PLACEHOLDER}}Während sich das Kosovo weiterhin mit den Folgen des Konflikts auseinandersetzt, erinnert Haxhimusas Geschichte an die komplexe und oft schmerzhafte Realität des Strebens nach Selbstbestimmung. „Freiheit ist nicht frei“, sagt er. „Wir haben einen hohen Preis bezahlt, aber wir stehen immer noch.“
Quelle: Deutsche Welle

