Mehrheitsvotum für US-Präsidenten gewinnt mit Virginia Law an Dynamik

Virginia ist der 18. Bundesstaat, der sich dem National Popular Vote Compact anschließt und damit näher an die Bestimmung von Präsidentschaftswahlen durch Volksabstimmungen als durch das Electoral College heranrückt.
Der Vorstoß für eine landesweite Volksabstimmung für den US-Präsidenten hat einen bedeutenden Schritt nach vorne gemacht, da Virginia als jüngster Bundesstaat dem National Popular Vote Interstate Compact beigetreten ist. Gouverneurin Abigail Spanberger hat das Gesetz in Kraft gesetzt und schließt sich damit 17 anderen Staaten und dem District of Columbia der Vereinbarung an.
Der National Popular Vote Interstate Compact ist ein Versuch, das System des Wahlkollegiums effektiv zu umgehen und stattdessen die Präsidentschaftswahlen eines Staates an den Gewinner der landesweiten Volksabstimmung zu vergeben, unabhängig von den Ergebnissen in diesem bestimmten Staat. Der Pakt tritt erst in Kraft, wenn Staaten, die die Mehrheit der insgesamt 538 Wählerstimmen – also 270 Stimmen – repräsentieren, das Gesetz verabschiedet haben.
Mit der Hinzufügung von Virginia verfügt der Pakt nun über 222 Wählerstimmen unter seiner Kontrolle, was mehr als 40 % der Schwelle von 270 Stimmen entspricht. Diese Dynamik hat die Hoffnung geweckt, dass es in den Vereinigten Staaten in den kommenden Jahren zu einer Verlagerung hin zu einer landesweiten Volksabstimmung für den Präsidenten kommen könnte.

Der Grundgedanke hinter der National Popular Vote-Bewegung besteht darin, sicherzustellen, dass der Kandidat, der im ganzen Land die meisten Stimmen erhält, Präsident wird, und nicht im derzeitigen System, bei dem ein Kandidat das Wahlkollegium gewinnen kann, ohne die Volksabstimmung zu gewinnen. Dies ist in der Geschichte der USA mehrmals geschehen, zuletzt im Jahr 2016, als Donald Trump die Präsidentschaft gewann, obwohl er die Volksabstimmung mit fast 3 Millionen Stimmen an Hillary Clinton verlor.
Befürworter des Paktes argumentieren, dass dadurch die Stimme jedes Wählers gleichermaßen zählen würde, und nicht das derzeitige System, das Swing States übergroßen Einfluss einräumt. Kritiker behaupten jedoch, dass dies die Rolle des Wahlkollegiums untergraben würde und zu einer Tyrannei der Mehrheit führen könnte.
Trotz der Kontroverse hat die National Popular Vote-Bewegung in den letzten Jahren stetig an Boden gewonnen. Neben Virginia sind Kalifornien, Colorado, Connecticut, Delaware, Hawaii, Illinois, Maine, Maryland, Massachusetts, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon, Rhode Island, Vermont, Washington und der District of Columbia weitere Bundesstaaten, die dem Pakt beigetreten sind.
Mit der Teilnahme von Virginia hat der Pakt nun mehr als 80 % des Weges bis zur 270-Stimmen-Hürde erreicht, die erforderlich ist, um in Kraft zu treten. Sollte dieser Meilenstein erreicht werden, würde dies einen erheblichen Wandel in der Art und Weise bedeuten, wie US-Präsidenten gewählt werden, und hätte wahrscheinlich erhebliche Auswirkungen auf künftige Kampagnen und Wahlen.
Quelle: The Guardian


