Die letzte Berufung des Arztes aus Manhattan gegen die Auslieferung Japans wurde abgelehnt

Der letzte Versuch eines Arztes aus Manhattan, die Auslieferung an Japan wegen angeblichen Medicare-Betrugs zu vermeiden, wurde von den US-Gerichten abgelehnt. Die Entscheidung markiert das Ende eines langen Rechtsstreits.
In einem entscheidenden Urteil hat ein US-Gericht die letzte Berufung von Dr. Kanayama, ein in Manhattan ansässiger Arzt, der seit mehreren Jahren gegen die Auslieferung an Japan kämpft. Dem Arzt wurde ein millionenschwerer Medicare-Betrug vorgeworfen, der angeblich stattgefunden hatte, als er vor seinem Umzug in die Vereinigten Staaten in Japan als Arzt praktizierte.
Der Fall, der große Aufmerksamkeit erregt hat, markiert das Ende von Dr. Kanayamas rechtliche Bemühungen, zu verhindern, dass er in sein Heimatland zurückgeschickt wird, um dort angeklagt zu werden. Staatsanwälte in Japan hatten seine Auslieferung beantragt und argumentiert, er habe dem nationalen Krankenversicherungssystem des Landes durch betrügerische Abrechnungspraktiken riesige Geldsummen entzogen.
Laut Gerichtsdokumenten Dr. Kanayama war Anfang der 2000er Jahre nach New York City gezogen, nachdem er zuvor in Japan als Arzt praktiziert hatte. Während seiner Zeit in Japan ereignete sich der mutmaßliche Betrug. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, dem Sozialversicherungsprogramm systematisch zu hohe Preise für Dienstleistungen in Rechnung gestellt zu haben, die entweder unnötig waren oder nie erbracht wurden.
Der Arzt hatte jahrelang gegen das Auslieferungsersuchen gekämpft und argumentiert, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe politisch motiviert seien und dass er in Japan kein faires Verfahren erhalten würde. Allerdings haben US-Gerichte immer wieder entschieden, dass das Auslieferungsersuchen die erforderlichen rechtlichen Anforderungen erfüllte, was letztendlich zur Ablehnung von Dr. Kanayamas letzte Berufung.
Diese Entscheidung markiert den Höhepunkt eines langwierigen Rechtsstreits, der auf beiden Seiten des Pazifiks stattgefunden hat. Dr. Kanayama droht nun, nach Japan zurückgeschickt zu werden, um sich dort wegen des angeblichen Betrugsplans vor Gericht zu verantworten, der laut Staatsanwaltschaft das Gesundheitssystem des Landes Millionen von Dollar gekostet hat.
Der Fall hat Fragen zur Komplexität des Völkerrechts und zu den Herausforderungen bei der Auslieferung von Personen aufgeworfen, denen in einem Land Verbrechen vorgeworfen werden, die aber in einem anderen Land leben. Es unterstreicht auch die anhaltenden Bemühungen der Behörden, gegen Betrug im Gesundheitswesen vorzugehen, der in vielen Ländern auf der ganzen Welt zu einem zunehmenden Problem geworden ist.
Quelle: The New York Times

